Arktisches Eis schmilzt schneller: Erster eisfreier Tag naht
Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat über 300 Szenarien analysiert, die von Klimamodellen generiert wurden. Auf dieser Grundlage wurde bestimmt, wann der erste Tag ohne arktisches Eis in der Geschichte eintreten wird. Dies könnte überraschend schnell geschehen.
Die globale Erwärmung hat zunehmend spürbare Auswirkungen auf die Menschheit. Aufgrund der stetig steigenden durchschnittlichen Lufttemperaturen könnte die Arktis, wie wir sie kennen, schon sehr bald eine bedeutende Veränderung durchlaufen.
Ein Tag ohne arktisches Eis naht
Das US-amerikanische Nationale Schnee- und Eisdatenzentrum berichtete, dass dieses Jahr am Tag mit der geringsten Menge an gefrorenem Wasser einen der niedrigsten Werte in der Geschichte der Messungen verzeichnet wurde. Der kritische Punkt, also eine Eisausdehnung von weniger als einer Million km², was aus Sicht der Umwelt und Atmosphäre das Fehlen von arktischem Eis bedeutet, wurde jedoch bisher nicht erreicht. Laut den Ergebnissen einer in "Nature Communications" veröffentlichten Studie rückt dieser Moment jedoch immer näher.
Wissenschaftler aus Schweden und den Vereinigten Staaten berichteten, dass der erste Tag ohne arktisches Eis frühestens im Jahr 2027, also bereits in drei Jahren, eintreten könnte. Wie hervorgehoben wird, ist dies ein "extremes, aber mögliches" Szenario.
Obwohl der erste Tag ohne Eis in der Arktis die Situation nicht dramatisch verändern wird, zeigt er, dass wir durch die Emission von Treibhausgasen eines der charakteristischen Merkmale der natürlichen Umwelt des Arktischen Ozeans verändert haben, erklärte eine der Autorinnen der Studie, Alexandra Jahn von der Universität von Colorado.
Es wird überall wärmer
Vor knapp zwei Wochen berichteten wir auch über die Auswirkungen, die die globale Erwärmung in Norwegen hat. Im letzten Jahr haben norwegische Gletscher bis zu 10 % ihrer Dicke verloren. Wissenschaftler warnen, dass ein so schnelles Tempo des Schmelzens noch nie zuvor beobachtet wurde. Die Schuld tragen schneearme Winter und zunehmend heiße Sommer, wobei die nördlichen Gletscher am stärksten gefährdet sind.
Unter den am stärksten betroffenen Gletschern wird Engabreen in der Region Nordland genannt, der sich im Jahr 2023 um 83 m zurückgezogen hat, was ein Fünftel des seit 2014 beobachteten Rückzugs ausmacht.