EU erwägt russisches Gas für Frieden: Berliner Unterstützung spaltet
Beamte in Brüssel erwägen laut der "Financial Times", erneut den Kauf von russischem Gas durch die EU in Betracht zu ziehen. Dies könnte im Rahmen eines potenziellen Abkommens geschehen, das den Krieg Russlands gegen die Ukraine beenden würde.
"Befürworter des Kaufs von russischem Gas behaupten, dass dies die hohen Energiekosten in Europa senken könnte. Zudem könnte es Moskau zu Verhandlungen anregen und beide Seiten dazu bewegen, einen Waffenstillstand umzusetzen und zu halten", schreibt die britische Zeitung.
Laut Quellen der "FT" findet diese Lösung Unterstützung in Berlin und Budapest.
Einige große Mitgliedstaaten üben Druck bezüglich der Energiepreise aus, und dies ist eine Möglichkeit, diese zu senken, sagte ein Gesprächspartner der Zeitung.
Jedoch stößt dieser Vorschlag, obwohl er sich noch in der Anfangsphase befindet, auf Widerstand der engsten Verbündeten der Ukraine in der EU.
– Das ist Wahnsinn. Wie dumm sind wir, überhaupt über so eine Option nachzudenken? – sagte ein Beamter aus einem östlichen EU-Land zur Zeitung.
Die "FT" merkt an, dass die Wiederbelebung der Debatte in der EU über den Kauf von russischem Gas auch ein Problem für die USA sein könnte, da sie ihren Export von Flüssiggas (LNG) nach Europa erhöhen möchten.
Der Anteil von LNG aus Russland in der EU sank auf 5 %
Schon vor seiner Amtseinführung warnte Donald Trump die EU, dass sie sich verpflichten müsse, erhebliche Mengen an amerikanischem Öl und Gas zu kaufen, da er ansonsten Zölle auf die Gemeinschaft verhängen würde.
Vor der Invasion in die Ukraine lieferte Russland etwa 40 % des Erdgases, das in der EU verwendet wurde. Bis 2024 sank dieser Anteil auf 10 %, und Anfang 2025 – zusammen mit der Einstellung des Transits russischer Rohstoffe durch die Ukraine – auf 5 %. Die letzte funktionierende Pipeline, die Russland und die EU verbindet, ist der TurkStream, der etwa 7,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr nach Ungarn liefert.