EU verschärft Sanktionen: Neuer Schlag gegen Russlands Schattenflotte
Die Botschafter der EU-Mitgliedstaaten gaben am Mittwochmorgen grünes Licht für das 16. Sanktionspaket der EU gegen Russland. Es wird weitere Sektoren der russischen Wirtschaft sowie die sogenannte "Schattenflotte", die Öl aus Russland transportiert, umfassen. Bei der Verabschiedung der Sanktionen spielte Polen eine wichtige Rolle.
Das Abkommen konnte einstimmig erreicht werden, nachdem die polnische EU-Ratspräsidentschaft einen Kompromissvorschlag vorgelegt hatte. Polen wollte sicherstellen, dass die Sanktionen vor dem dritten Jahrestag des groß angelegten russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar verabschiedet werden.
Laut diplomatischen Quellen sehen die neuen Sanktionen die Abkopplung mehrerer weiterer russischer Banken vom SWIFT-System vor, die Beschränkung von über 70 Schiffen, die zur sogenannten Schattenflotte gehören, sowie die Aussetzung von Lizenzen für mehrere russische Medien, die in der EU tätig sind.
Weitere Personen wurden ebenfalls auf die Sanktionsliste gesetzt, was bedeutet, dass ihnen die Einreise in die EU verboten wird und ihre Vermögenswerte innerhalb der Gemeinschaft eingefroren werden.
Die Sanktionen umfassen auch weitere Sektoren der russischen Wirtschaft, darunter den Export von Aluminium. Das Paket verbietet ebenfalls den Export bestimmter chemischer Substanzen nach Russland.
Die Entscheidung vom Mittwoch sieht zudem vor, Belarus mit weiteren Sanktionen zu belegen, um dem Land die Unterstützung Russlands bei der Umgehung westlicher Beschränkungen zu erschweren.
Im Dezember letzten Jahres hatten die EU-Mitgliedstaaten das 15. Sanktionspaket gegen Russland und seine Verbündeten wegen des Krieges gegen die Ukraine beschlossen. Auf der Sanktionsliste standen 84 Personen und Einrichtungen, die in die Unterstützung des Kremls involviert sind. Erstmals wurden vollwertige Sanktionen gegen Unternehmen aus China verhängt.
Das in Brüssel von den Außenministern der EU-Mitgliedstaaten genehmigte Sanktionspaket verhängte Beschränkungen gegen 84 Entitäten, die in die Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine, in russische hybride Angriffe auf das Gebiet der Europäischen Union und die Umgehung von Sanktionen, unter anderem durch die Nutzung der Schattenflotte, also von Tankern, die heimlich russisches Öl transportieren, involviert sind.