Gaspreis-Gipfel: Europa in der Zwickmühle beim Einfrieren
Wenn die Temperatur sinkt, steigt der Gaspreis. In Europa wird erneut über das Einfrieren der Gaspreise diskutiert. Ein solcher Eingriff sorgt jedoch für erhebliche Kontroversen. Händler, Energiebörsen und Vertreter des Finanzsektors haben aus diesem Grund einen gemeinsamen Brief an Ursula von der Leyen geschickt und vor "unbeabsichtigten Konsequenzen" gewarnt, wie in der "Dziennik Gazeta Prawna" zu lesen ist.
Die Notierungen für Erdgas in Europa erreichen die höchsten Preise seit zwei Jahren. Obwohl sie sich in den letzten Stunden vom Höchststand von 58 EUR pro MWh entfernt haben, stellen sie für den Markt immer noch eine Herausforderung dar.
Laut den neuesten Daten beträgt der Füllstand der Gasspeicher in Europa derzeit 48,48 Prozent, was den niedrigsten Stand seit 2022 darstellt.
- Die Situation in den einzelnen Ländern stellt sich wie folgt dar:
- Deutschland – Speicher zu 49,2 Prozent gefüllt,
- Frankreich – 30,3 Prozent,
- Italien – 59,9 Prozent,
- Österreich – 59,2 Prozent,
- Spanien – 69,5 Prozent,
- Ungarn – 52,5 Prozent,
- Tschechien – 48,7 Prozent.
In Polen beträgt der Füllstand derzeit 62 Prozent, während er Anfang November 2024 noch bei 98 Prozent lag, wie aus den Daten von Gas Storage Poland hervorgeht.
In Verbindung mit dem prognostizierten Anstieg des Rohstoffverbrauchs um 17 Prozent in diesem Monat sowie den bevorstehenden Kältewellen im nordwestlichen Teil des Kontinents könnte sich die Situation auf dem Gasmarkt erheblich verschlechtern. Hinzu kommen Drohungen der USA, Zölle einzuführen, die zu Störungen in den globalen Brennstofflieferungen führen könnten. Das ist ein Alarmzeichen für die EU, das die Diskussion über Preisobergrenzen erneut aufkommen lässt.
Warnungen vor einem Eingriff in den Gasmarkt
Gemäß der Zeitung sorgt ein solcher Eingriff in der EU für Kontroversen. Besorgt sind unter anderem Händler, Energiebörsen und Vertreter des Finanzsektors, die am Dienstag einen gemeinsamen Brief an Ursula von der Leyen geschickt haben, um vor "unbeabsichtigten Konsequenzen" eines Eingriffs zu warnen und kritisieren Draghi dafür, sich auf falsch interpretierte und unvollständige Daten zu stützen.
Im Rahmen der EU-Strategie zur Sicherung der Gasversorgung, die nach der Invasion Russlands in die Ukraine verabschiedet wurde, wurden die Mitgliedstaaten verpflichtet, Gas so zu lagern, dass ein Mindestfüllstand von 90 Prozent bis zum 1. November jedes Jahres erreicht wird.