Grönland lockt mit neuem Flughafen: Touristenansturm erwartet
Grönland arbeitet intensiv daran, Touristen aus verschiedenen Teilen der Welt anzulocken. In der Hauptstadt wurde bereits ein internationaler Flughafen eröffnet, der direkte Flüge aus Europa sowie Nordamerika ermöglicht.
Investitionen in Nuuk: Massentourismus als Ziel
Die Investition in Nuuk soll den Massentourismus fördern. Dies weckt jedoch erhebliche Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die einzigartige Natur der größten Insel der Welt.
Ein neuer Touristen-Hotspot?
Die neue 2,2 Kilometer lange Startbahn am Flughafen der Hauptstadt Grönlands empfing das erste Flugzeug von Air Greenland aus Kopenhagen. An Bord befanden sich Offizielle, darunter der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen. Das Terminal, dessen Bau 800 Millionen Dollar (ca. 753 Milliarden Euro) kostete, kann 800 Passagiere pro Stunde abfertigen.
Noch in diesem Jahr ist die Eröffnung von Verbindungen aus zwei weiteren dänischen Städten sowie aus Kanada und den USA geplant. Jens Lauridsen, Präsident von Greenland Airports, äußerte die Hoffnung, dass der Flughafen die Anzahl der Touristen erhöhen und andere Wirtschaftssektoren entwickeln wird, um Grönland als attraktives Reiseziel zu positionieren.
Grönland zieht vor allem Touristen wegen seiner unberührten und einzigartigen Natur an. Im Jahr 2023 besuchten über 130.000 Menschen die Insel, was einen Anstieg von 46 Prozent im Vergleich zu 2019, dem Jahr vor der COVID-19-Pandemie, darstellt.
Ambitionierte Pläne
Bis 2026 sollen weitere Flughäfen in Ilulissat und Qaqortoq entstehen. Die Regierung Grönlands strebt an, dass der Tourismus bis 2035 40 Prozent des Exportwerts ausmacht, der derzeit hauptsächlich auf Fischerei basiert. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste sich die Anzahl der Touristen verdoppeln.
Regelungen wurden eingeführt, die internationalen Ketten verbieten, Gewinne aus der Tourismusbranche ins Ausland zu transferieren. Außerdem wird verlangt, dass 65 Prozent der Anteile an Unternehmen lokalen Unternehmern gehören.
Experten äußern jedoch Bedenken, ob die Entwicklung des Massentourismus der Natur Grönlands schaden könnte, ähnlich wie auf Island. Dort führte der Anstieg der Touristenzahl zum Ausbau der Infrastruktur auf Kosten der Umwelt. Medien betonen, dass Grönland, ein autonomes Gebiet unter Dänemark, durch den Klimawandel und das Abschmelzen der Gletscher zunehmend zugänglich wird.