Iran liefert neuen Raketenschirm an Russland: Arman-System entdeckt
In den iranischen Hafen Bandar-e-Anzali am Kaspischen Meer gelangen Lieferungen von Kriegsmaterial, das wahrscheinlich für Russland bestimmt ist. Neben den von Russland bereits genutzten ballistischen Fath-360-Raketen umfasst der Transport auch neue Typen von Flugabwehrwaffen, die als das Anfang 2024 enthüllte Arman-System identifiziert wurden.
Über den Transport der iranischen Waffen berichtet der ukrainische Dienst Defence Express. Die Ukrainer betonen, dass das endgültige Bestimmungsziel des iranischen Materials noch unbekannt ist, aber die Lage des Hafens am Kaspischen Meer darauf hindeutet, dass der Empfänger der Waffen Russland sein könnte.
Diese Annahme stützt sich auch auf die Tatsache, dass Moskau seit langem von der militärischen Unterstützung Teherans profitiert. Neben Drohnen der Shahed-Familie, deren Lizenzproduktion in der russischen Stadt Jelabuga in der Republik Tatarstan gestartet wurde, umfasst die Unterstützung Irans unter anderem ballistische Fath-360-Raketen.
Diese Liste könnte bald um eine neue Waffe ergänzt werden – das Luftverteidigungssystem Arman.
Neues Flugabwehrsystem aus Iran
Diese Waffe wurde 2024 öffentlich gezeigt, aber abgesehen von der Präsentation ist wenig darüber bekannt. Die Informationen stammen hauptsächlich aus offiziellen iranischen Quellen, weshalb sie ein Propaganda- oder Desinformationsmittel Teherans sein könnten.
Der Effektor des Arman-Systems sind Sayyad-3 (Sayyad-3F) Raketen, die auch von anderen iranischen Luftverteidigungssystemen bekannt sind. Arman soll ermöglichen, Ziele in Höhen von bis zu 27 km und Entfernungen von bis zu 120 km zu bekämpfen. Neben Drohnen, Marschflugkörpern und Flugzeugen soll es laut Iran auch ballistische Raketen abwehren können.
luftverteidigungssystem Arman
Das System soll die Fähigkeit haben, gleichzeitig bis zu 24 Ziele zu verfolgen und die Raketen auf sechs davon gleichzeitig zu lenken. Iran hat wahrscheinlich zwei Varianten des Arman-Systems entwickelt, die sich in der Art des eingesetzten Radars unterscheiden.
Zugleich weisen die Ukrainer darauf hin, dass – da Arman eine neue Waffe ist – der Transport nach Russland nicht zwangsläufig den sofortigen Einsatz in Kämpfen bedeuten muss. Laut Defence Express könnte ein alternatives Szenario darin bestehen, das russische Testgelände Snamensk in der Region Astrachan für weitere Tests und die Entwicklung der neuen Waffe zu nutzen.