LebensstilItalien beschränkt Kurzzeitvermietungen: Schlüsselübergabe vor Ort Pflicht

Italien beschränkt Kurzzeitvermietungen: Schlüsselübergabe vor Ort Pflicht

Das italienische Innenministerium hat ein Verbot für die Online-Anmeldung von Touristen in Apartments zur Kurzzeitvermietung eingeführt. Doch das ist bisher nicht alles: Auch die Nutzung von Schlüsseldepots ist verboten, was eine erhebliche Erschwernis für Touristen darstellen wird.

 (Symbolfoto)
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Bildquelle: © Adobe Stock

Die Entscheidung des Innenministeriums ist eine Reaktion auf die wachsenden Bedenken bezüglich der steigenden Zahl von Wohnungen, die für die Kurzzeitvermietung an Touristen vorgesehen sind. Behörden in historischen Städten wie Florenz haben bereits zuvor lokale Vorschriften erlassen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, da sie das Leben der Einwohner sowie den Charakter dieser Orte negativ beeinflussen.

Veränderungen in Italien

In den letzten Wochen gab es in verschiedenen italienischen Regionen, von Nord bis Süd, Proteste gegen die Umwandlung weiterer Wohnungen und sogar ganzer Gebäude in Touristenapartments. Aktivisten, unter anderem in Rom, haben ihren Protest dadurch ausgedrückt, dass sie Schlüsseldepots verklebt oder entfernt haben, die den Fernzugang zu den Wohnungen ermöglichten.

Das italienische Innenministerium veröffentlichte ein Rundschreiben, ein offizielles Schreiben, in dem dargelegt wurde, dass die Schlüsselübergabe ausschließlich persönlich erfolgen muss. Dies bedeutet das Ende der Praxis, Schlüsseldepots an Eingangstüren anzubringen, die mit einem den Touristen übermittelten Code geöffnet werden können.

Eine Methode zur Bekämpfung des Massentourismus

Das Ministerium betont, dass eine entfernte Identifizierung und die elektronische Übermittlung von Dokumentenkopien keine vollständige Sicherheit gewährleisten und zu Situationen führen können, in denen Wohnungen von Personen unbekannter Identität besetzt werden.

Italienische Medien vermerken, dass die Entscheidung des Ministeriums einen Sieg der sogenannten "Robin-Hood-Teams" darstellt - Aktivistengruppen in Rom, die gegen den Massentourismus kämpfen. Die neuen Vorschriften wurden absichtlich kurz vor der Eröffnung des Heiligen Jahres in Rom eingeführt, da die Stadt etwa 32 Millionen Touristen und Pilger erwartet.

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