Kreml-Bots verschleiern Rubelschwäche: Propagandaschlacht im Netz
Kreml-Bots haben eine Offensive gestartet, um Nutzer des sozialen Netzwerks VKontakte davon zu überzeugen, dass der drastische Kursrückgang des Rubels keinen Einfluss auf die russische Wirtschaft hat, berichtete das Portal Moscow Times am Freitag unter Berufung auf Daten des Teams Botnadzor.
Seit dem 25. November, als der Rubel zu fallen begann, haben Bots, die mit den russischen Behörden in Verbindung stehen, etwa 600 Kommentare im sozialen Netzwerk VKontakte gepostet. Darin wurde behauptet, dass Änderungen des Währungskurses das tägliche Leben der Russen nicht beeinflussen.
"Wozu brauchen wir diese Währung? Wenn der Kurs steigt, wird er auch wieder fallen", lauteten die Kommentare. Die Bots erinnerten an die Situation im Jahr 2022, als man für einen Dollar 100 Rubel bezahlen musste, bevor der Kurs dann auf etwa 60 Rubel fiel.
Rubel stürzt ab
Ein weiteres von Bots verbreitetes Thema war die Betonung der Rolle des Rubels in internationalen Abrechnungen. Es wurde behauptet, dass Russland Handelsgeschäfte mit "befreundeten" Ländern in Rubel abwickelt und sogar einige westliche Staaten russische Ressourcen in dieser Währung bezahlen. "Was hat der Dollar damit zu tun? Ist darauf die Weltwirtschaft aufgebaut? (…) 85 % der Zahlungen erfolgen in Landeswährungen, der Westen kauft unsere Ressourcen schon lange in Rubel", argumentierten die Propagandakonten.
Am 27. November näherte sich der Dollar-Kurs auf dem Forex-Markt in Russland 115 Rubel, und der Euro überschritt die Grenze von 120 Rubel. Als Reaktion auf diese Schwankungen legte die Zentralbank Russlands für Freitag die offiziellen Wechselkurse fest: Der Dollar wurde auf 109,5 Rubel festgesetzt, der Euro auf 116,14 Rubel. Beeinflusste der Zusammenbruch des Rubels auch den Kurs des Yuan. Am 27. November "stärkte sich die chinesische Währung um 0,4961 Punkte auf ein Niveau von 14,96 Rubel, was einen Anstieg von 3,43 % gegenüber dem Schlusskurs am Dienstag bedeutet. Dies ist die stärkste eintägige Abwertung der russischen Währung gegenüber dem Yuan seit vielen Monaten."
Der Vorsitzende des Finanzausschusses der russischen Staatsduma, Anatolij Aksakow, nannte neue amerikanische Sanktionen als Grund für den Wertverlust des Rubels.
„Auf der Sanktionsliste stehen 50 Kreditinstitute. Aufgrund dessen wird der Umlauf von Fremdwährungen über die Konten dieser Banken derzeit praktisch nicht abgewickelt“, erklärte er.
Botnadzor, auf dessen Daten sich die Moscow Times bezieht, ist ein Team, das die russische Propaganda und Bot-Aktivitäten im russischen Internet untersucht.