Öl‑Desaster in Kertsch: Russische Tanker verursachen Milliardenschäden
Ein Schweröl-Leck aus zwei russischen Tankern, das im Dezember 2024 in der Straße von Kertsch auftrat, verursachte Schäden in Höhe von 84,9 Milliarden Rubel, also fast einer Milliarde Dollar. Diese Schätzung gab am Freitag Rosprirodnadzor bekannt, die russische Behörde für Umweltschutz.
Was müssen Sie wissen?
- Wann und wo kam es zum Leck? Die Katastrophe ereignete sich am 15. Dezember 2024 in der Straße von Kertsch zwischen Russland und der annektierten Krim.
- Wie hoch sind die geschätzten Schäden? Rosprirodnadzor schätzte die Schäden auf 84,9 Milliarden Rubel, was fast einer Milliarde Dollar entspricht.
- Was war die Ursache des Lecks? Das russische Verkehrsministerium stellte fest, dass die Kapitäne und Eigner der Schiffe die winterlichen Verkehrsbeschränkungen nicht beachtet hatten.
Welche Auswirkungen hat das Schweröl-Leck?
Die Behörde hat ihre Schätzungen nun einer Regierungskommission übermittelt, die die Maßnahmen zur Beseitigung der Katastrophenfolgen im Schwarzen Meer koordiniert. „Das Leck verursachte eine schwere Verschmutzung von Wasser und Boden sowie enorme Schäden an Flora und Fauna“, hieß es im Bericht.
Den Unternehmen, denen die beiden Tanker gehörten, wurde aufgetragen, die Schäden innerhalb eines Monats „freiwillig auszugleichen“. Falls sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, wird der Fall vor Gericht behandelt, berichtete das Magazin „Forbes“ in seiner russischen Version.
Was war die Ursache der Katastrophe?
Im Bericht wurde auch mitgeteilt, dass laut der Kommission des russischen Verkehrsministeriums die Hauptursache der Katastrophe das „Nichtanpassen der Kapitäne und Eigentümer der Schiffe an die Einschränkungen in der Winter-Schifffahrtssaison“ war.
Die Kommission stellte außerdem fest, dass es in den Besatzungen der Tanker an qualifiziertem Personal mangelte.
Wie viel Schweröl ist ins Meer gelangt?
Die Katastrophe in der Straße von Kertsch, die zwischen dem russischen Territorium und der 2014 von Moskau annektierten ukrainischen Krim liegt, ereignete sich am 15. Dezember 2024. Nach Angaben russischer Regierungsexperten gelangten damals etwa 2.400 Tonnen Ölprodukte ins Meer, was weniger war als ursprünglich vermutet. Rettungsdienste berichteten im Dezember, dass die Tanker etwa 9.200 Tonnen Schweröl transportierten, von denen - wie ursprünglich angenommen - etwa 40 % ins Wasser ausgelaufen sind.
Schweröl ist ein schweres Heizöl, das bei einer Temperatur von 25 Grad Celsius eine feste Form annimmt. Die beiden Schiffe, Wolgoneft 212 und Wolgoneft 239, waren betagte Einheiten, die Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre gebaut wurden. Die Tanker transportierten eine Ladung für die russische Kriegsmarine.