NachrichtenÖsterreich fordert EU-Vergeltung gegen US-Trumps Zollpolitik

Österreich fordert EU‑Vergeltung gegen US‑Trumps Zollpolitik

Der österreichische Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer forderte am Donnerstag die Europäische Union auf, Vergeltungszölle gegen republikanische US-Bundesstaaten und Technologieunternehmen zu verhängen. Wien schlägt vor, dass die EU-Länder auf diese Weise auf die von Präsident Donald Trump angekündigten Zölle reagieren.

Präsident der USA Donald Trump
Präsident der USA Donald Trump
Bildquelle: © PAP | JIM LO SCALZO / POOL

Donald Trump kündigte am Mittwochabend mitteleuropäischer Zeit die Einführung von Gegenzöllen auf alle Länder mit Handelsüberschüssen gegenüber den USA an. Er zeigte eine Liste der betroffenen Länder und Zollsätze – im Fall der Europäischen Union werden es 20 % sein.

Aus den Äußerungen der weltweiten Führungspersönlichkeiten geht hervor, dass eine massive Reaktion auf die Entscheidung des Präsidenten der Vereinigten Staaten geplant ist. Der österreichische Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer schlug beispielsweise vor, dass die Europäische Union auf die Entscheidung von Donald Trump zur Einführung von Zöllen mit Vergeltungsmaßnahmen gegen republikanische Staaten und Technologieunternehmen reagieren sollte. Der Österreicher behauptete, dass ein solcher Schritt den amerikanischen Führer zu Verhandlungen zwingen könnte.

„Wir müssen jetzt dort ansetzen, wo es Donald Trump politisch am meisten trifft: bei den Tech-Konzernen oder auch bei Produkten aus republikanischen Bundesstaaten“, sagte Hattmannsdorfer während einer Pressekonferenz. Die Vereinigten Staaten sind der zweitgrößte Importeur österreichischer Waren, direkt nach Deutschland, und machen 8,5 % des österreichischen Exports aus.

Neue Zölle in den USA

Am Mittwoch unterzeichnete Trump eine Verordnung, die "Gegenzölle" von mindestens 10 % auf ausländische Waren einführt, und im Falle der Europäischen Union 20 %.

"Ausländische Führer, Betrüger, haben uns die Arbeitsplätze gestohlen, wir wurden jahrzehntelang ausgenutzt. Das endet jetzt. Ich werde in Kürze eine historische Durchführungsverordnung unterzeichnen, die Gegenzölle auf Länder weltweit einführt. Gegenseitig. Das bedeutet, dass sie es uns antun, und wir tun es ihnen an. Ganz einfach. Einfacher geht es nicht. Das ist einer der wichtigsten Tage, meiner Meinung nach, in der Geschichte Amerikas. Das ist unsere Erklärung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit", erklärte Trump.

Der Republikaner bezeichnete diese Maßnahmen als "wirtschaftliche Unabhängigkeitserklärung" Amerikas. Darüber hinaus gilt ab Donnerstag ein 25-prozentiger Zoll auf den Import von Autos und leichten Lastwagen in die USA, mit teilweiser Ausnahme von Autos aus Mexiko und Kanada. Die Steuer auf den Import von Autoteilen und Computern soll am 3. Mai eingeführt werden.

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