Russland improvisiert: Drohne "Baba Yaga" aus Brettern gebaut
Improvisation an der Front ist während des Krieges in der Ukraine sowohl das Metier der Ukrainer als auch der Russen. Doch die Russen führen die Liste der Kreationen an, die direkt aus dem Mad-Max-Universum stammen könnten, wie die Drohne "Baba Yaga", die aus Brettern, Kabelbindern und einer Handvoll Elektronik gefertigt ist.
Drohnen sind ein unverzichtbarer Bestandteil des modernen Schlachtfelds geworden, und im gegenwärtigen Krieg haben die Ukrainer die Oberhand hinsichtlich der Produktionsmöglichkeiten von Drohnen. Der Grund hierfür ist die allgemeine Verfügbarkeit von Komponenten aus praktisch der ganzen Welt, und einzig die Finanzen stellen ein Hindernis dar, während für Russland der Großteil des globalen Marktes unzugänglich ist.
Im Wesentlichen bleibt Russland nur der Import von Teilen aus China, das das Angebot einschränkt, oder der Schmuggel von Komponenten aus benachbarten, nicht sanktionierten Staaten, die bereit sind, mit ihnen zu handeln, wie Kasachstan. Allerdings ist das Liefervolumen über solche Kanäle erheblich kleiner als benötigt, und die Kosten sind um ein Vielfaches höher.
Dies zwingt die Russen dazu, beispielsweise beschädigte oder von elektronischen Kampfsystemen lahmgelegte ukrainische Drohnen zu bergen und sie in Einzelteile zu zerlegen. Es sei darauf hingewiesen, dass auch die Ukrainer ein solches Recycling von Kriegsmaterial betreiben, wie bei Munition oder Fahrzeugen der Art BMP-2 aus dem Wasser.
Jedoch sind die Russen nicht in der Lage, einige Komponenten zu beschaffen, und es entstehen Konstruktionen wie auf dem nachstehenden Bild, bei denen zwei Bretter als Rahmen für die Drohne dienen, an denen mit Kabelbindern Elektromotoren mit Rotoren und Batterien, Verkabelung und ein Steuerungsmodul mit Kamera befestigt sind.
Kommerzielle Drohnen an der Front — zu ihrer Herstellung braucht man wenig
Im Grunde benötigt man zur Herstellung einer Drohne nur: Rahmen, Batterien, Elektromotoren mit Rotoren, eine Kamera und ein Steuerungssystem mit Antenne. Es ist jedoch anzumerken, dass zuletzt die Funkverbindung durch eine Verbindung über Kabel mit der Kontrollstation ersetzt wurde. In diesem Fall wird der Drohne eine Spule mit einem abrollbaren Glasfaserkabel hinzugefügt, wodurch sie unmöglich zu stören ist.
Das russische Konstrukt sieht aus wie eine bombardierende Drohne des Typs "Baba Yaga", aber der aus zwei Brettern bestehende Rahmen wird wahrscheinlich nicht die notwendige Festigkeit haben, um beispielsweise 20 Kilogramm Ladung zu transportieren. Ein einzelnes Mörsergeschoss zu transportieren, sollte jedoch möglich sein.
Es sei auch angemerkt, dass es den Russen nicht einmal der Mühe wert war, die Bretter mit einer Feile zu glätten, um den Luftwiderstand zu verringern, was sich wahrscheinlich negativ auf die Reichweite auswirken und die Steuerung der Drohne bei windigen Bedingungen erschweren wird.