Scholz pocht auf Schuldenaufhebung für Ukraine-Militärhilfe
Der deutsche Kanzler Olaf Scholz bleibt bei seiner Haltung: Die Hilfe für die Ukraine soll durch die Aussetzung der Schuldenbremse finanziert werden. Die Außenministerin der Bundesrepublik Deutschland, Annalena Baerbock, warf Scholz vor, dieses Thema im Wahlkampf zu missbrauchen, berichten deutsche Medien.
"Bundeskanzler Olaf Scholz hat seine Haltung bekräftigt, dass er zusätzliche Waffenlieferungen in die Ukraine im Wert von drei Milliarden Euro nur bei einer Aussetzung der Schuldenbremse zustimmen will", schrieb das Portal tagesschau.
Die einzige Lösung, ohne dies durch Kürzungen im gesamten deutschen Haushalt zu finanzieren, ist die Aufnahme eines Kredits.
"Die einzige Lösung, ohne es durch Kürzung überall in Deutschland zu finanzieren, ist eine zusätzliche Kreditaufnahme", sagte er nach einem Treffen mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson in Berlin.
Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) kritisierte Scholz' Zurückhaltung, weitere drei Milliarden Euro Militärhilfe für die Ukraine zu genehmigen. Im aktuell laufenden Wahlkampf gehe es "einigen eher um eine nationale Perspektive – oder darum, wie man schnell ein paar Stimmen bei der Bundestagswahl gewinnen kann – als darum, echte Verantwortung für die Sicherung von Frieden und Freiheit in Europa zu übernehmen", sagte die Leiterin des deutschen Außenministeriums in einem Interview mit "Politico".
Baerbock bedauerte den anhaltenden Streit über neue Milliarden an Hilfe. "Deutschland als Ganzes wird derzeit nicht als treibende Kraft für die Friedenspolitik in Europa gesehen, und das schmerzt mich", stellte sie.
3 Milliarden Euro Militärhilfe
Eine Mehrheit im Bundestag spricht sich für die Bereitstellung weiterer 3 Milliarden Euro Militärhilfe für die Ukraine in diesem Jahr aus. Es besteht jedoch Streit darüber, wie dieser Betrag finanziert werden soll, erinnerte tagesschau.
Ähnlich wie die liberale FDP und die christdemokratische CDU/CSU sind die Grünen der Meinung, dass es möglich ist, die Hilfe für die Ukraine aus "unvorhergesehenen Ausgaben" zu finanzieren. Allerdings fordert Artikel 112 des Grundgesetzes: "Überplanmäßige und außerplanmäßige Ausgaben bedürfen der Zustimmung des Bundesministers der Finanzen. Sie darf nur im Falle eines unvorhergesehenen und unabweisbaren Bedürfnisses erteilt werden". Ein Beispiel für solche Ausgaben war die Soforthilfe für die Flutopfer im Jahr 2013, erinnerte das Portal.
Scholz hatte bereits während der Regierungsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP bezüglich des Budgets für 2025 den Vorschlag gemacht, die Schuldenbremse auszusetzen, was letztendlich zum Zerbrechen der Koalition führte. "Wegen der unterschiedlichen Ansätze geht Scholz davon aus, dass die Finanzierungsfrage erst bei der Wahl am 23. Februar entschieden wird", schrieb tagesschau.
Scholz erhielt Unterstützung von der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken, bemerkte das Portal. Wenn Baerbock die Aussetzung der Schuldenbremse ablehne, "soll sie erklären, an welcher Stelle sie die drei Milliarden Euro in einem Haushalt einsparen will, in dem ohnehin schon rund 20 Milliarden fehlen", sagte Esken.