Südkorea rüstet sich gegen Trumps 25%‑Zölle: Wirtschaft in Gefahr
Der Interimspräsident Südkoreas, Han Duk-su, hat die Regierung beauftragt, umfassende Maßnahmen als Reaktion auf die von Donald Trump angekündigten 25-prozentigen Zölle auf Importe aus Korea vorzubereiten. Experten prognostizieren ernste Konsequenzen für die südkoreanische Wirtschaft, deren Antriebskraft der Export ist.
Han Duk-soo, der die Aufgaben des Präsidenten Südkoreas wahrnimmt, gab am Donnerstag den Befehl, eine umfassende Strategie als Antwort auf die von den USA angekündigten Zollanhebungen zu entwickeln. Diese Entscheidung fiel kurz nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump die Einführung höherer Zölle für alle Handelspartner, einschließlich der 25-prozentigen Tarife für Waren aus Südkorea, angekündigt hatte, die ab dem nächsten Mittwoch in Kraft treten sollen.
Während seines Auftritts betonte Han die Ernsthaftigkeit der Lage und sagte, dass "die Situation sehr ernst ist, eine reale Gefahr eines globalen Handelskrieges droht; deshalb muss die Regierung alle verfügbaren Mittel nutzen, um diese Handelskrise zu überwinden". Der Interimspräsident berief eine außerordentliche Sitzung der Arbeitsgruppe für Wirtschafts- und Sicherheitsstrategien ein, an der wichtige Mitglieder des Kabinetts, darunter Finanzminister Choi Sang-mok und Industrieminister Ahn Duk-geun, teilnahmen.
Han beauftragte die Regierung, eine detaillierte Analyse der Auswirkungen der neuen Zölle auf die südkoreanische Wirtschaft durchzuführen. Er wies auch an, eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen aufzunehmen und aktive Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten zu führen. Das Hauptziel dieser Maßnahmen ist die Minimierung potenzieller Schäden für das Land, wie die Agentur Yonhap berichtet.
Unterstützung für gefährdete Wirtschaftssektoren
Der Interimspräsident Han hat sein Kabinett beauftragt, schnell außergewöhnliche Hilfsmaßnahmen für Unternehmen und Sektoren auszuarbeiten, die am stärksten unter den US-Zöllen leiden werden. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Automobilindustrie gewidmet, die zu den Schlüsselbranchen des südkoreanischen Exports gehört. Noch am selben Tag sollte Han einem Treffen mit Vertretern des privaten Sektors vorsitzen, um mögliche Gegenmaßnahmen zu erörtern.
Donald Trump erwähnte in seiner Rede am Mittwoch sowohl Südkorea als auch Japan – Verbündete Washingtons in Sicherheitsfragen in Asien – und bezichtigte beide Länder, unfaire Handelspraktiken gegenüber den Vereinigten Staaten anzuwenden. Die Entscheidung über die Erhöhung der Zölle fiel trotz früherer Bemühungen der Regierung in Seoul, Ausnahmen zu erreichen. Südkoreanische Diplomaten argumentierten, dass ihr Land im Rahmen des bestehenden umfassenden Freihandelsabkommens mit den USA nahezu keine Zolltarife habe.
Ernsthafte Bedrohung für die exportabhängige Wirtschaft
Der Export stellt die Hauptantriebskraft der südkoreanischen Wirtschaft dar und ist für fast die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts des Landes verantwortlich. Analysten in Seoul gehen davon aus, dass die Entscheidungen Trumps vom Mittwoch deutlich schwerwiegendere Folgen haben werden als ursprünglich erwartet, wie die Agentur Reuters berichtet.
Park Sang-hjun, ein Wirtschaftsexperte von iM Securities, stellte fest, dass "für die nationale Wirtschaft ein bedeutender Schlag unvermeidlich sein wird". Der Experte wies darauf hin, dass die Hauptprodukte des Exports, wie Autos, stark von den neuen Tarifen betroffen sein werden. Er machte auch auf ein zusätzliches Problem aufmerksam: "Es ist klar, dass die Hauptprodukte des Exports, wie Autos, stark betroffen sein werden und der Export in die USA über Produktionsstätten in Vietnam ebenfalls negative Auswirkungen spüren wird".
Die Entscheidung der Trump-Administration könnte weitreichende Folgen für die südkoreanische Wirtschaft haben, die bereits mit vielen Herausforderungen auf internationaler Ebene zu kämpfen hat. Die Einführung der 25-prozentigen Zölle stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Wettbewerbsfähigkeit koreanischer Produkte auf dem amerikanischen Markt dar, was zu einem Rückgang des Exports und einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums führen könnte.