NachrichtenTrump-Zölle erschüttern Märkte: USA und Europa im Abwärtstrend

Trump-Zölle erschüttern Märkte: USA und Europa im Abwärtstrend

Die Börsen in den USA reagieren auf die Einführung von 25-prozentigen Zöllen auf Waren aus Mexiko und Kanada sowie 10-prozentigen Zöllen auf Importe aus China durch Donald Trump. Die wichtigsten Indizes versuchen zwar, Verluste wettzumachen, doch das geschieht nur langsam.

Die Indizes in den USA reagieren auf die Entscheidungen des amerikanischen Herstellers.
Die Indizes in den USA reagieren auf die Entscheidungen des amerikanischen Herstellers.
Bildquelle: © Getty Images | NurPhoto

Am Dienstagmorgen nach US-Zeit verzeichneten die Börsenindizes jenseits des Atlantiks erhebliche Rückgänge. Der S&P 500 Index fiel um 1,69 % und erreichte 5938,20 Punkte. Der Dow Jones sank um 1,4 % auf 43920,25 Punkte, und der Technologie-Index Nasdaq verringerte sich um 2,16 % auf 19203,79 Punkte. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sank auf 4,498 %.

Grund sind die Entscheidungen des US-Präsidenten. Donald Trump führte Zölle von 25 % auf die meisten Waren aus Kanada und Mexiko ein, mit Ausnahme von kanadischem Rohöl, das mit einem Satz von 10 % belegt wurde. Auf Waren aus China wurden Zölle in Höhe von 10 % erhoben. Der US-Präsident argumentiert, dass "diese Entscheidung Amerikaner vor der Bedrohung durch illegale Einwanderer und tödliche Drogen, einschließlich Fentanyl, schützen soll".

Am Dienstagnachmittag nach deutscher Zeit wurde bekanntgegeben, dass die Zölle auf mexikanische Waren ausgesetzt werden. Diese Information verbesserte deutlich die Stimmung der Investoren, doch die Indizes stehen noch am Anfang der Erholung. Der Handelstag in den USA ist noch lang.

Einfluss auf die Weltwirtschaft

Laut Ökonomen von Oxford Economics könnten die neuen Zölle das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2025 erheblich beeinflussen. Ryan Sweet prognostiziert, dass einige Sektoren Befreiungen erhalten könnten, darunter Baumaterialien und Transportausrüstung. Dennoch wird geschätzt, dass die Zölle das Wirtschaftswachstum der USA um 0,7 Prozentpunkte verringern werden.

Michael Feroli von JP Morgan hebt hervor, dass das Ausmaß der Auswirkungen auf die Inflation davon abhängen wird, wie lange die Zölle in Kraft bleiben, wie effektiv sie eingezogen werden und wie die globalen Finanzmärkte reagieren.

Konsequenzen für die Finanzmärkte

Paul Ashworth von Capital Economics meint, dass "die Inflation in den USA schneller und stärker steigen wird als ursprünglich angenommen". Ökonomen erwarten, dass die Federal Reserve in dieser Situation die Zinssenkungen für die nächsten 12-18 Monate aussetzt.

Der Automobilsektor spürt die Auswirkungen der neuen Zölle besonders stark. Die Aktien von General Motors fielen um 4,89 %, und die von Ford um 3,03 %. Auch die Hersteller von Autoteilen verzeichneten erhebliche Verluste - Aptiv verlor 7,61 % und Cummins 2,71 %.

Auch Kryptowährungen wurden von der Marktunsicherheit betroffen. Bitcoin fiel unter die psychologische Schwelle von 100.000 US-Dollar, verlor 1,61 % und erreichte 96.108,59 US-Dollar.

Börsen in Europa im roten Bereich

Auch die deutsche Wirtschaft reagiert besorgt auf die Entscheidung von Präsident Donald Trump, Zölle auf Produkte aus Kanada, Mexiko und China zu erheben. Besonders besorgniserregend ist die von dem US-Präsidenten angedeutete Möglichkeit, die Zölle auf Waren aus der Europäischen Union auszuweiten. Am stärksten betroffen waren die Aktien europäischer Autohersteller und Industrieunternehmen.

Volkswagen verzeichnete einen Rückgang um 5,54 %, was einen der stärksten Rückgänge im DAX-Index darstellt. Die Sorge über die Einführung von Zöllen auf in die USA exportierte Autos wirkte sich auch auf die Aktien anderer Autohersteller aus - die Aktien von Mercedes-Benz verloren 3,85 % und BMW ging um 3,36 % zurück. Unter den Industrieunternehmen verzeichnete Siemens die größten Verluste, wobei die Aktien um 3 % fielen.

Auch an der Pariser Börse wurden erhebliche Verluste verzeichnet. Stellantis verzeichnete einen Rückgang um 5,97 %, was den größten Ein-Tages-Verlust unter den im CAC 40-Index notierten Unternehmen darstellte. Auch die Hersteller von Luxusgütern spürten die Unsicherheit - die Aktien von Kering verloren 4,04 %. Bedeutende Verluste verzeichneten auch Industrieunternehmen wie Saint Gobain mit einem Rückgang um 3,71 % oder Legrand, dessen Aktien um 3,4 % fielen. Der Stahlhersteller ArcelorMittal beendete die Sitzung mit einem Rückgang um 3,23 %.

Die Einführung neuer Zölle durch die USA auf Waren aus Mexiko und Kanada umfasst 25-prozentige Abgaben auf importierte Autos und Autoteile, deren Importwert aus Mexiko jährlich etwa 150 Milliarden US-Dollar beträgt. Zusätzlich wurden Zölle auf Alkohol erhoben, einschließlich Tequila, dessen Import in die USA 5 Milliarden US-Dollar erreicht. Die neuen Zolltarife betreffen auch Produkte aus China, auf die eine zusätzliche Abgabe von 10 % erhoben wurde. Der Wert der importierten Elektronik aus China übersteigt 130 Milliarden US-Dollar, und auch Spielzeug und Sportgeräte wurden mit Zöllen belegt.

Für Sie ausgewählt