Trumps Plan: Palästinenser-Umsiedlung nach Afrika im Gespräch
Der US-Präsident Donald Trump hat angeblich weitere afrikanische Länder eingeladen, Palästinenser aufzunehmen, berichteten der israelische Nachrichtensender Channel 12 und das britische "The Telegraph". Dabei handelt es sich um Marokko sowie zwei Regionen in Somalia - Somaliland und Puntland. Die Amerikaner möchten diesen Ländern im Gegenzug Unterstützung anbieten.
Präsident Donald Trump hat einen Vorschlag zur Umsiedlung von Palästinensern aus dem Gazastreifen in mehrere afrikanische Länder gemacht. Marokko könnte im Gegenzug für die Zustimmung zur Aufnahme von Flüchtlingen mit der Unterstützung der Vereinigten Staaten in der Frage der Ansprüche auf die Westsahara rechnen.
Somaliland und Puntland - offiziell Regionen Somalias - hätten hingegen die Chance auf Anerkennung ihrer Unabhängigkeit.
Laut "The Telegraph" bestätigte der israelische Generalkonsul in den USA, Israel Bachar, dass drei Standorte für die Umsiedlung von Palästinensern in Betracht gezogen werden.
Der stellvertretende Informationsminister von Puntland, Yacob Mohamed Abdalla, erklärte seine Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen, sofern diese sich freiwillig dafür entscheiden. "Es gibt keinen Grund, jemanden von seinem Land in ein anderes zu deportieren, wenn diese Person sich nicht zum Umzug entschließt", betonte Abdalla.
Kontroverse Pläne
Trumps Vorschläge kamen nach einer früheren Ankündigung von Plänen zur "Übernahme" des Gazastreifens und dessen Umwandlung in eine "Riviera des Nahen Ostens". Dieser Plan wurde während einer Pressekonferenz mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu in Washington vorgestellt.
Bisherige Appelle Trumps zur Umsiedlung von Palästinensern wurden von Ägypten, Jordanien und Libyen abgelehnt. In den Medien gab es auch Berichte über die Überlegung, etwa 100.000 Palästinenser nach Albanien und Indonesien umzusiedeln.
Nicht zufällige Auswahl
Die Vereinigten Staaten ziehen Marokko als möglichen Umsiedlungsort in Betracht, da dieses Land 2020 die Beziehungen zu Israel im Rahmen der Abraham-Abkommen normalisiert hat. Anders als Algerien oder Libyen hat Marokko kein Einreiseverbot für Inhaber israelischer Pässe verhängt. Das Königreich hat ebenfalls seine Beziehungen zu den USA verstärkt, von denen es Waffen kauft und Unterstützung im Konflikt mit Algerien sucht.
Somaliland und Puntland, obwohl international nicht als unabhängige Staaten anerkannt, hoffen auf die Anerkennung ihrer Unabhängigkeit durch die USA. Somaliland proklamierte 1991 seine Unabhängigkeit und wird als stabiler als der Rest Somalias angesehen. Puntland, obwohl es nicht offen auf Souveränität abzielte, erklärte im März letzten Jahres den Wunsch, als eigenständige Einheit außerhalb Somalias zu fungieren.