Quina-Werkzeuge in China: Neues Licht auf Ostasien vor 50.000 Jahren
Wissenschaftler der Universität Washington haben in China Quina-Werkzeuge entdeckt, die 50.000 Jahre alt sind. Die Periode des Paläolithikums in Ostasien wurde lange Zeit als eine Phase der Stagnation angesehen, doch die neuesten Funde zeichnen ein anderes Bild.
Die Entdeckung der Quina-Werkzeuge in China, datiert auf 50.000 bis 60.000 Jahre, wirft ein neues Licht auf die technologische Entwicklung Ostasiens während des Paläolithikums. Bisher waren Werkzeuge dieser Art hauptsächlich aus europäischen Ausgrabungen bekannt. Wie das Portal Scitech Daily berichtet, wurden nun ähnliche Objekte an der Fundstelle Longtan im Südwesten Chinas gefunden. Es ist die erste Entdeckung dieser Art in dieser Region, was die bisherigen Überzeugungen über die technologische Stagnation infrage stellt.
Neuer Blick auf das ostasiatische Paläolithikum
Forschungen, die in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht wurden, belegen, dass diese charakteristische Technologie zur Werkzeugherstellung in China zur selben Zeit existierte wie in Europa. Diese Entdeckung verändert die bisherigen Ansichten über die menschliche Entwicklung in dieser Region und legt nahe, dass Ostasien möglicherweise technologisch dynamischer war, als man zuvor dachte.
Ben Marwick, Co-Autor der Studie, betont, dass diese Entdeckung Fragen zu Migrationen und Innovationen in dieser Periode aufwirft. Wissenschaftler diskutieren, ob diese Technologie aus Europa übernommen wurde oder ob sie unabhängig in Asien entstanden ist.
Ein bedeutender Schritt in der Forschung über menschliche Vorfahren
Quina-Werkzeuge, darunter charakteristische Schaber, weisen auf fortschrittliche Fähigkeiten in der Materialbearbeitung hin, wie etwa bei Knochen oder Holz. Forscher werden nun nach weiteren Erkenntnissen suchen, die erklären könnten, wie diese Technologie nach China gelangte. Es besteht die Möglichkeit, dass diese Entdeckung dazu beiträgt, einen bisher unbekannten menschlichen Vorfahren zu identifizieren, möglicherweise einen Denisova-Menschen.
Die Forschung war das Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit, an der Wissenschaftler aus China, Australien, Spanien, Frankreich und Italien beteiligt waren. Das Projekt wurde von chinesischen und australischen wissenschaftlichen Stiftungen sowie der Universität Ferrara finanziert. Diese Entdeckung könnte weitere Forschungen über die menschliche Evolution in Asien inspirieren und zu einem besseren Verständnis der Migrationen und technologischen Innovationen im Paläolithikum beitragen.