Technik50 Jahre ohne einen Tropfen Wasser: Das Wunder im Glas

50 Jahre ohne einen Tropfen Wasser: Das Wunder im Glas

Haben Sie sich jemals gefragt, wie lange eine Pflanze ohne Wasser überleben kann? Die Antwort könnte überraschend sein. Das von David Latimer geschaffene Ökosystem funktioniert seit 1972 ohne einen Tropfen Wasser, und der Pflanze geht es immer noch prächtig. Das Geheimnis dieses Phänomens ist eigentlich recht einfach.

David Latimer und sein isoliertes Ökosystem
David Latimer und sein isoliertes Ökosystem
Bildquelle: © Erstaunliche Erfindungen

David Latimer, ein britischer Experimentator, beschloss vor Jahren, ein autarkes Miniaturökosystem zu schaffen. In diesem geschlossenen System ist die einzige zugeführte Energie die Sonnenenergie. Dank ihr wird der Stoffaustausch im Ökosystem ermöglicht.

Für die Schaffung dieser außergewöhnlichen Mikrowelt nutzte Latimer eine Glasflasche mit einem Volumen von etwa 40 Litern. Er füllte Erde hinein, fügte Dünger hinzu und pflanzte eine Dreimasterblume, die er mit etwas Wasser versorgte. Seit dem letzten Gießen im Jahr 1972 ist das Ökosystem hermetisch verschlossen, und das Leben darin dauert seit Jahrzehnten ununterbrochen an.

Das Wasser in der Flasche zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf – es verdunstet, kondensiert und kehrt in die Erde zurück. Die Pflanze nimmt Nährstoffe aus der Erde auf, die dank des Nährstoffzyklus wieder vom System verwertet werden. In diesem Prozess helfen auch die Bakterien, die in der Erde vorhanden sind. Die einzige äußere Antriebskraft dieses Prozesses ist das Sonnenlicht.

Das Ergebnis übertraf die Erwartungen

Latimer behauptet, dass seine Initiative nicht der Versuch war, einen Rekord aufzustellen – sie entstand aus reiner Neugier. Seit seinem Ruhestand hat die Flasche ihren festen Platz unter der Treppe gefunden, etwa zwei Meter vom Fenster entfernt, wo sie Zugang zum Licht hat. In regelmäßigen Abständen wird die Flasche gedreht, damit die Pflanze gleichmäßig Licht erhält.

Latimer ist sich bewusst, dass seine Dreimasterblume wahrscheinlich länger leben wird als er selbst. Nach seinem Tod soll das Projekt in die Obhut seiner Kinder übergehen, und falls sie sich nicht darum kümmern können, wird die Flasche der Royal Society of Botany übergeben.

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