Grönlands Küsten expandieren: Klima enthüllt neue Inseln
Grönland überrascht die Wissenschaftler: Seine Küstenlinie hat sich im Laufe von zwei Jahrzehnten erweitert. Das ist das Ergebnis des Gletscherschmelzens, das neues Gelände freigelegt hat. Auch unbekannte Inseln sind aus dem Wasser aufgetaucht.
Grönland, die größte Insel der Welt, hat in den letzten 20 Jahren ganze 1620 km neue Küstenlinie gewonnen. Das bestätigen Forscher, die ihre Analyse in der wissenschaftlichen Zeitschrift "Nature Climate Change" veröffentlicht haben. Dieser Prozess, bekannt als Deglaziation, ist eine Folge der Klimaerwärmung und zeigt, wie das Schmelzen der Gletscher verborgenes Terrain unter dem Eis freigelegt hat.
Das Ergebnis des Zurückweichens der Gletscher
Ein internationales Team von Forschern hat mit Hilfe von Satellitendaten die Veränderungen der Gletscher auf der Nordhalbkugel analysiert. "Grönland hat das größte Gebiet des Gletscherrückgangs in der Arktis. Der Gletscher mit der längsten neuen Küstenlinie, der Zachariae Isstrom in Nordostgrönland, ist für 81 km neue Küstenlinie verantwortlich, das heißt, mehr als doppelt so viel wie jeder andere Gletscher auf dieser Hemisphäre", schreiben die Autoren der in "Nature Climate Change" veröffentlichten Studie.
In den Jahren 2000 bis 2020 wurden 2466 km neue Küstenlinien freigelegt, wovon 66 % auf Grönland entfallen. Neben neuen Gebieten hat das Zurückweichen der Gletscher 35 neue Inseln mit einer Fläche von mehr als 0,5 km² enthüllt, von denen sich 29 in Grönland befinden.
Die Studie, an der auch polnische Wissenschaftler teilnahmen, erinnert daran, dass der Klimawandel weiterhin unsere Planetenlandschaft und -ressourcen beeinflussen wird. Das Schmelzen der Gletscher legt potenziell Arktische Regionen frei, die reich an natürlichen Ressourcen wie Öl, Gas und Mineralien sind.
Grönland, obwohl es ein autonomes Territorium von Dänemark ist, bleibt im Zentrum des Interesses der Weltmächte, die darin Potenzial zur Erschließung neuer Ressourcen sehen. Was für die einen eine Bedrohung ist, könnte für andere eine Möglichkeit zur Entwicklung sein.