TechnikMicrosoft im Kreuzfeuer: Proteste wegen Militärtechnologie-Nutzung

Microsoft im Kreuzfeuer: Proteste wegen Militärtechnologie-Nutzung

Auf der Microsoft-Konferenz anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens des Unternehmens kam es zu einem Zwischenfall, bei dem eine protestierende Person Microsoft vorwarf, dass deren technologische Lösungen von den israelischen Verteidigungsstreitkräften (IDF) in der Gaza-Region genutzt würden.

Microsoft Copilot.
Microsoft Copilot.
Bildquelle: © Getty Images | SOPA Images

Diese Person, die sich als Mustafa vorstellte, behauptete, dass infolge der israelischen Operationen etwa 50.000 Palästinenser ums Leben gekommen seien und dass die IDF Technologien des Unternehmens aus Redmond nutze. Ihr emotionaler Beitrag fand etwa bei der Minute des Videos statt.

Es ist darauf hinzuweisen, dass es jedoch unklar ist, wie viele Personen genau Opfer des Konflikts wurden – Informationen von beiden Seiten könnten überhöht oder untertrieben sein. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass Hamas-Kämpfer oft in ziviler Kleidung agieren, was es erschwert, sie von Zivilisten zu unterscheiden.

Journalisten von The Guardian und kooperierenden Redaktionen berichteten, dass Microsoft tatsächlich seine Werkzeuge der IDF zur Verfügung stellte. Die Einnahmen aus diesen Geschäften beliefen sich auf etwa 10 Millionen Dollar (9 Millionen Euro) nach dem 7. Oktober 2023, und die Pläne für das Jahr 2024 könnten weitere 30 Millionen (27 Millionen Euro) generieren, obwohl die realen Zahlen höher sein könnten. Die israelische Armee nutzt die Cloud-Dienste von Azure sowie die künstliche Intelligenz ChatGPT.

Microsoft und die israelischen Verteidigungsstreitkräfte

Diese Technologie ist in modernen bewaffneten Konflikten von unschätzbarem Wert. Im Zeitalter der weit verbreiteten Nutzung von Drohnen und Aufklärungsplattformen ist die Situation auf dem Schlachtfeld rund um die Uhr überwachbar. Doch die Unmenge an generierten Daten stellt ein Problem für ihre effektive Verarbeitung dar.

Traditionelle militärische Analysemethoden reichen nicht aus, um diesen Informationsstrom schnell und effektiv zu analysieren. Daher werden KI-Algorithmen eingeführt, die stundenlange Aufnahmen auf kurze Sequenzen kürzen können, die weitere Analysen durch Spezialisten erfordern.

Diese Algorithmen unterstützen auch den Entscheidungsprozess, indem sie einen schnellen Datenaustausch von der operativen Sektion zu Analysten und Kommando ermöglichen, was schnelle Maßnahmen wie Luftangriffe oder Artilleriebeschuss fördert. Computerbasierte Führungssysteme werden zur Norm – ein ähnliches konzeptionelles System wird von der US-Armee getestet, während provisorische Systeme, die auf Plattformen wie Discord basieren, von der ukrainischen und russischen Armee genutzt werden.

Die Schaffung und Aufrechterhaltung solcher fortschrittlichen Systeme wie der Azure-Infrastruktur für die IDF ist jedoch mit enormen Kosten und Ressourcenanforderungen verbunden. Ähnliche Systeme, wie TITAN für die US-Armee, zeigen, welche große Rolle moderne Technologien und Cloud-Infrastrukturen in militärischen Operationen spielen.

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