NATO vor belastendem Wendepunkt: Höhere Verteidigungsausgaben erwartet
NATO-Chef Mark Rutte räumte ein, dass das Bündnis vor einer schwierigen Entscheidung zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben steht. "Ich erwarte, dass diese mehr als 3 % des BIP betragen werden, obwohl wir uns noch in einem frühen Stadium befinden", erklärte er.
Am Mittwoch kam die sogenannte Kontaktgruppe zur Verteidigung der Ukraine in der NATO-Zentrale in Brüssel zusammen. Am Donnerstag findet dort ein Treffen der Verteidigungsminister des Bündnisses statt.
Laut Rutte werden die Verteidigungsausgaben eines der Hauptthemen der Beratungen sein. Er bemerkte, dass die NATO-Staaten in Europa und Kanada im Jahr 2024 rund 460 Milliarden Euro in die Verteidigung investieren werden, was einem Anstieg von fast 20 % im Vergleich zum Jahr 2023 entspricht.
- Präsident Trump hat die europäischen Länder konsequent dazu aufgefordert, mehr zu unternehmen. Beim NATO-Gipfel in Wales 2014 gaben wir ein Versprechen ab, und im Wesentlichen hat sich nach 2014 wenig getan - betonte er. "Das Wachstum begann wirklich, als er 2016 und 2017 Präsident war, und setzte sich besonders in den Jahren 2018 und 2019 bis heute fort", sagte Rutte.
- Wir müssen diesen Weg fortsetzen. Das Positive ist, dass wir jetzt einen NATO-Verteidigungsplanungsprozess haben, der Klarheit darüber verschafft, welche Maßnahmen notwendig sind, um unsere Sicherheit zu gewährleisten. Danach werden wir sehen, wo die Lücken liegen - so Rutte.
- Jetzt werden wir darüber debattieren, wie wir die Lücke zwischen dem, wo wir stehen, und dem, wo wir sein müssen, schließen können. Ich erwarte, dass es über 3 % sein wird, aber ich lege mich jetzt nicht auf eine bestimmte Zahl fest, da wir noch in einem frühen Stadium der genauen Schätzung der Details sind - stellte er klar.
- Unsere Verteidigung ist derzeit stark, aber wir müssen schwierige Entscheidungen zur Erhöhung der Ausgaben treffen - bewertete der NATO-Chef.