NachrichtenRusslands Marinehilfe für Äthiopien trotz fehlendem Meerzugang

Russlands Marinehilfe für Äthiopien trotz fehlendem Meerzugang

Russland hat dem Binnenland Äthiopien zugesichert, beim Aufbau einer Kriegsflotte zu helfen. Dies wurde während des Besuchs einer russischen Delegation an den äthiopischen Marinestandorten in Bishoftu, 45 km südlich der Hauptstadt Addis Abeba, besprochen.

Russland möchte in Äthiopien, das keinen Zugang zum Meer hat, eine Flotte aufbauen.
Russland möchte in Äthiopien, das keinen Zugang zum Meer hat, eine Flotte aufbauen.
Bildquelle: © Getty Images | Contributor
  • Russland bot Äthiopien Unterstützung beim Aufbau seiner Marine an, obwohl das Land keinen Meerzugang hat.
  • Der Besuch der russischen Delegation in Bishoftu, 45 km von Addis Abeba entfernt, bot die Gelegenheit, die Details der Zusammenarbeit zu erörtern.
  • Äthiopien hat bereits zuvor versucht, seine Seestreitkräfte unter anderem mit Unterstützung Frankreichs wieder aufzubauen.

Fragwürdige Zusammenarbeit

Während des Besuchs der russischen Delegation in Bishoftu bestätigte Russland sein Engagement zur Unterstützung Äthiopiens beim Aufbau einer Kriegsflotte. Die Delegation wurde von Admiral Wladimir Worobjew, dem stellvertretenden Befehlshaber der russischen Marine, geleitet. Der Kreml hat sich verpflichtet, dem afrikanischen Land bei der Ausbildung des Personals und beim Aufbau von Kapazitäten zu helfen, wie Kommandant Jamal Tufisa, stellvertretender Befehlshaber für Marineoperationen Äthiopiens, mitteilte.

Äthiopien bemüht sich trotz fehlendem Meereszugang, seine Marine wieder aufzubauen. Diese bestand bis 1993, als Eritrea unabhängig wurde. Premierminister Abiy Ahmed setzt sich seit seinem Amtsantritt 2018 dafür ein, die Seestreitkräfte des Landes zu restaurieren. Dafür hat Äthiopien bereits eine Zusammenarbeit mit Frankreich begonnen und erweitert nun seine Partnerschaften um Russland.

Russland sucht neue Verbündete

Russland, das nach neuen Standorten für seine Basen sucht, die unter anderem aus Syrien verlegt werden, sieht in Äthiopien einen potenziellen Partner. Nach dem Verlust des Hafens von Tartus in Syrien intensiviert der Kreml seine Bemühungen um eine ständige Basis im Indischen Ozean. "Es gibt keine Hindernisse für den Bau einer russischen Basis in Port Sudan", sagte Ali Youssef Ahmed, Außenminister der sudanesischen Streitkräfte. Der anhaltende Bürgerkrieg im Sudan könnte jedoch diese Pläne verzögern, was Russland dazu veranlasst, nach Alternativen zu suchen.

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