Syrisch-russischer Konflikt: Moskaus Einfluss in Tartus schwindet
Ein russischer Militärkonvoi konnte nicht auf das Gelände der Marinebasis in Tartus, Syrien, gelangen. Dies ist ein weiterer Hinweis auf die schwierige Lage, in der sich die Russen nach dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad befinden. Sie haben nicht nur den Zugang zu wichtigen Basen verloren, sondern kämpfen auch mit Problemen bei der Evakuierung ihrer Truppen und Ausrüstung.
Von entscheidender Bedeutung für die Russen waren zwei Einrichtungen in Syrien: die Luftwaffenbasis Humajmim in der Provinz Latakia und die Basis in der Hafenstadt Tartus. Die neuen syrischen Behörden zeigen Moskau gegenüber wenig Wohlwollen und bringen dies systematisch zum Ausdruck. Im Januar wurde der Pachtvertrag beendet, der Russland den Zugang zum Hafen Tartus ermöglichte, und der Verkehr der Frachtschiffe Sparta und Sparta II wurde erschwert.
Syrer verweigern russischem Konvoi den Zugang zum Hafen von Tartus
Türkische Medien berichteten, dass das syrische Verteidigungsministerium einen russischen Militärkonvoi daran hinderte, die Basis in Tartus zu betreten. In den sozialen Medien kursieren Aufnahmen, die zeigen, wie einem Konvoi mit über 30 Fahrzeugen nach acht Stunden Wartezeit am Kontrollpunkt der Basis in Tartus der Zugang verweigert wurde.
Der auf militärische Themen spezialisierte Dienst Defense Express stellte fest, dass der Konvoi unter anderem Elemente der Flugabwehrsysteme S-300 und S-400 sowie dazugehörige Raketen transportierte. Dies bestätigt, dass sich in Syrien noch immer viele wertvolle russische Waffen befinden, obwohl es gelungen ist, viele Ressourcen entweder auf dem Seeweg zu evakuieren oder zur Luftwaffenbasis Humajmim zu bringen.
Syrien könnte unter den Schutz einer anderen Großmacht gelangen
Die Bedeutung der Basis in Tartus für die Russen erklärte unter anderem der britische Militärgeheimdienst, der in einer Mitteilung schrieb, dass es keine vergleichbare alternative Basis für die russische Marine in der Region gibt.
Obwohl Moskau versucht, mit den neuen syrischen Behörden zu verhandeln, verlangen diese in erster Linie die Auslieferung von Baschar al-Assad. Moskau könnte daher seine Ziele, insbesondere die weitere Nutzung der syrischen Basen, nicht erreichen.
Zusätzlich könnte eine andere Großmacht ihre Schutzmacht für ein Land übernehmen, das jahrelang Putin freundlich gesinnt war. Anfang Februar berichtete die Nachrichtenagentur Reuters, dass der vorläufige Präsident Ahmed al-Sharaa ein Verteidigungsabkommen mit der Türkei aushandelt. Dieses Abkommen beinhaltet die Errichtung von zwei türkisch kontrollierten Militärbasen in Syrien sowie die Stationierung mehrerer Dutzender F-16-Kampfflugzeuge.