NachrichtenHabeck warnt vor globalem Schaden durch Trumps Zollmanie

Habeck warnt vor globalem Schaden durch Trumps Zollmanie

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck warnte davor, dass die "amerikanische Zollmanie" weltweit erheblichen Schaden anrichten könnte. Präsident Donald Trump bezeichnete den Mittwoch als einen "Tag der Befreiung", doch Habeck erklärte, dass "Für die Verbraucher in den USA wird der Tag nicht zum Liberation Day, sondern zum Inflation Day" sein werde.

Wirtschaftsminister Robert Habeck: Der "Tag der Befreiung" wird zum "Tag der Inflation"
Wirtschaftsminister Robert Habeck: Der "Tag der Befreiung" wird zum "Tag der Inflation"
Bildquelle: © East News | AA/ABACA

-Die US-Zoll-Manie kann eine Spirale in Gang setzen, die auch Länder in die Rezession reißen kann und weltweit massiv schadet, erklärte Habeck am Donnerstag laut der Zeitung "Bild". Nach seiner Meinung wird dies "Mit schlimmen Folgen für viele Menschen" haben.

- "Wir haben immer auf Verhandlungen gedrängt, nicht auf Konfrontation", betonte der Grünen-Politiker. Sollte die USA jedoch keine verhandelte Lösung anstreben, werde die EU eine "ausgewogene, klare und entschlossene Antwort" geben, versicherte Habeck. Er fügte hinzu, dass hierfür ein einheitliches Vorgehen der Europäischen Union notwendig sei.

Die EU-Kommission reagiert auf die Zölle

-Die Europäische Kommission hat stets signalisiert, dass sie offen für Gespräche mit den Vereinigten Staaten ist, mit dem Ziel, verbleibende Handelshemmnisse im transatlantischen Handel schrittweise abzubauen.

- Ursula von der Leyen betonte, dass die Europäische Union zeigt sich bereit, auf die eingeführten Stahlzölle zu reagieren. Ein erstes Maßnahmenpaket befindet sich bereits in der finalen Abstimmung. Gleichzeitig bereitet man sich auf weitere Schritte vor, um die eigenen Interessen sowie europäische Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern sollten.

Neue amerikanische Zölle

Die am Mittwoch von Trump unterzeichnete Verordnung verhängt "gegenseitige Zölle" von mindestens 10 Prozent auf aus dem Ausland importierte Waren.

Für Waren aus der EU werden sie 20 Prozent betragen. Die von den USA angekündigten Zollsätze machen etwa die Hälfte der summierten Zölle und außertariflichen Handelsbarrieren anderer Länder aus. Bei China werden die Zölle 34 Prozent betragen (dieser Satz wird zu den zuvor angekündigten 20 Prozent Zöllen hinzugefügt, was insgesamt 54 Prozent ergibt), bei Japan 24 Prozent, Indien 26 Prozent und Südkorea 25 Prozent.

Der allgemeine 10-Prozent-Zollsatz soll am 5. April in Kraft treten, während die Zölle gegenüber einzelnen Ländern am 9. April eingeführt werden.

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