TechnikUkraine setzt M30-Raketen erfolgreich gegen russische Hubschrauber ein

Ukraine setzt M30‑Raketen erfolgreich gegen russische Hubschrauber ein

Die Ukrainer haben mit Hilfe des M142 HIMARS-Systems, beladen mit M30A1/A2-Raketen, einen russischen Hubschrauberlandeplatz in der Nähe von Belgorod angegriffen. Die Hubschrauber Mi-8 und Mi-28 wurden dabei getroffen. Hier präsentieren wir die Folgen des Angriffs und die eingesetzten Mittel.

Russischer Mi-28N mit Spuren von Fragmenten des Gefechtskopfs AW.
Russischer Mi-28N mit Spuren von Fragmenten des Gefechtskopfs AW.
Bildquelle: © Telegram

Der Landeplatz wurde von ukrainischen Spezialeinheiten aufgedeckt, bevor er mit GMLRS-Raketen des Typs M30A1/A2 beschossen wurde, die speziell für die Flächenwirkung gegen leichte Ziele entwickelt sind.

Raketen M30A1/A2 gegen russische Hubschrauber – einer wird sicher nicht mehr fliegen

Anfänglich berichtete der ukrainische Hauptnachrichtendienst von vier getroffenen Hubschraubern, doch das folgende Video und Informationen von dem mit dem russischen Konto Fighterbomber auf Telegram verbundenen Quellen deuten auf zwei beschädigte Hubschrauber hin. Besonders schwer betroffen war der Transporthubschrauber Mi-8, der höchstwahrscheinlich nur noch als Ersatzteillager für andere Maschinen dienen wird.

Die Lage des Mi-28N ist besser. Zwar sind der Treibstofftank durchlöchert und die elektro-optischen Köpfe zusammen mit den Behältern für elektronische Kriegsführung beschädigt, aber die kritischen Elemente und das Cockpit scheinen dank der zusätzlichen Panzerung nicht schwer beschädigt zu sein. Der Hubschrauber könnte nach mehreren Monaten Reparatur möglicherweise wieder einsatzbereit sein.

Raketen M30A1/A2 – ein Regen von 182.000 Wolfram-Splittern

Den Spuren an den Hubschraubern nach zu urteilen, trafen vermutlich mehrere GMLRS-Raketen der Version M30A1 oder A2 auf den Landeplatz. Die erste Version wird seit 2015 produziert, die zweite seit 2019. Die Hauptänderung ist der Einsatz von unempfindlichem Sprengstoff, der weniger leicht versehentlich explodiert.

Ansonsten handelt es sich bei beiden um ähnliche Geschosse mit Trägheits- und Satellitennavigation und einer Reichweite von etwa 80 km. Sie sind mit einem AW-Sprengkopf (Alternative Warhead) ausgestattet, der 182.000 Wolfram-Splitter freisetzt. Diese zusammen mit der Programmierung der Explosion in 10 Metern Höhe über dem Boden erzeugen einen Flächenwirkungseffekt, ähnlich der umstrittenen Streumunition, jedoch ohne Blindgänger zu hinterlassen.

Ein Nachteil sind die Kosten und die begrenzten Durchschlagsfähigkeiten. Die Splitter haben genügend Energie, um kugelsichere Westen, Raketenhüllen oder Tankwagen zu durchdringen, jedoch nicht Panzerplatten oder Panzerglas, die Schutz gegen Projektile von beispielsweise 12,7 mm bieten.

Für Sie ausgewählt