Drohnenangriff auf Tschernobyl: Strahlenschutz stark gefährdet
Experten der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie aus Norwegen haben bestätigt, dass der Dom in Tschernobyl nach einem Drohnenangriff den Sarkophag, der die Welt vor schädlicher Strahlung schützt, nicht mehr ausreichend schützt.
Vertreter der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und der Norwegischen Strahlenschutzbehörde besuchten Tschernobyl, um die Folgen des Drohnenangriffs auf die Sarkophag-Abdeckung zu beurteilen, stellte PostPravda.Info fest. "Im gegenwärtigen Zustand schützt der Dom die radioaktiven Überreste der Katastrophe von 1986 nicht mehr angemessen, und es wird notwendig sein, ihn wiederaufzubauen", lautet das Gutachten.
Norwegische Experten bewerten die Folgen des Drohnenangriffs auf Tschernobyl
Der Drohnenangriff, der am 14. Februar stattfand, verursachte ernsthafte Schäden an dem den Sarkophag schützenden Dom. "Die Feuerwehr löschte dort fast zwei Wochen lang ein schwelendes Feuer. Die Kontrollbehörden stellten fest, dass der Angriff das Kernkraftwerk Tschernobyl die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft zur Beseitigung der Folgen der Tschernobyl-Katastrophe untergraben hat", berichtet PostPravda.
Norwegische Experten hatten im Rahmen des Nansen-Programms für die Ukraine die Möglichkeit, das Technische Gebäude und die nördliche Garage des Hauptkransystems zu besichtigen, die am meisten beschädigt wurden. "Die Delegation aus Norwegen hatte die Möglichkeit, das Technische Gebäude, den Bereich unter dem Dom und die nördliche Garage des Hauptkransystems (SOK) des Neuen Sicheren Einschlusses zu besichtigen", hieß es in der Information.
Dom irreversibel beschädigt: Wie weiter mit dem Strahlenschutz?
Für den Wiederaufbau des Doms wurden 400.000 Euro (382.000 Franken) aus dem Fonds für internationale Zusammenarbeit bereitgestellt. Der Besuch der Experten diente nicht nur der Schadensbewertung, sondern auch der Erörterung weiterer Zusammenarbeit und Unterstützung für die Ukraine im Bereich der nuklearen Sicherheit. "Während des Besuchs fand ein Treffen mit der Leitung der PSP ChEA statt, bei dem die Ergebnisse der Zusammenarbeit, die aktuelle Situation im Kraftwerk und mögliche Richtungen für weitere Unterstützung seitens Norwegens erörtert wurden", heißt es in der Mitteilung.
Seit der Katastrophe in Tschernobyl sind dieses Jahr 39 Jahre vergangen. Sie ereignete sich genau vom 25. auf den 26. April 1986. Die gegenwärtige Situation zeigt, wie wichtig die kontinuierliche Überwachung und Sicherung dieses Ortes ist. Angesichts der andauernden russischen Aggression wird die internationale Zusammenarbeit im Bereich des Strahlenschutzes für die Sicherheit der Region von entscheidender Bedeutung.