Gérard Depardieu: Prozess wegen sexueller Übergriffe verschoben
Gérard Depardieu, der bekannte französische Schauspieler, muss sich vor Gericht wegen Vorwürfen der sexuellen Übergriffe auf zwei Frauen verantworten. Der Prozess, der ursprünglich im Herbst 2024 beginnen sollte, wurde aufgrund des Gesundheitszustands des Schauspielers verschoben.
Im Oktober des vergangenen Jahres musste der Prozess gegen Gérard Depardieu wegen seines angeschlagenen Gesundheitszustands aufgeschoben werden. Der Schauspieler erschien nicht vor Gericht, was das Verfahren verzögerte. Nun muss Depardieu sich den Vorwürfen der sexuellen Übergriffe stellen.
Hauptvorwürfe gegen Depardieu
Der 76-jährige Schauspieler wird beschuldigt, im Jahr 2021 am Filmset sexuelle Übergriffe verübt zu haben. Die Opfer sollen eine 34-jährige Regieassistentin und eine 54-jährige Szenenbildnerin gewesen sein. Depardieu bestreitet die Anschuldigungen und behauptet, sie seien Teil einer Verleumdungskampagne.
Im April des vergangenen Jahres wurde Depardieu von der Polizei in Paris festgenommen und in Bezug auf die Vorwürfe der sexuellen Übergriffe befragt. Der Fall bezieht sich auf die Produktion des Films "Les Volets Verts" von Jean Becker.
Demonstrationen vor dem Gericht
Vor Beginn der Gerichtsverhandlung versammelten sich einige Dutzend Menschen, um die Opfer sexueller Übergriffe zu unterstützen. Es wurden Parolen zur Unterstützung der Opfer und zur Verurteilung der Täter skandiert. Dies ist der erste Prozess gegen Depardieu, der solche Vorwürfe betrifft, obwohl es in der Vergangenheit bereits ähnliche Anschuldigungen gab.
Der Prozess, der drei Tage dauern wird, betrifft Vorfälle am Filmset von "Zielone żaluzje" (deutsch: "Grüne Jalousien"). Eine der anklagenden Frauen war Szenenbildnerin, die andere Produktionsassistentin. Ihre Identität bleibt anonym. Die Anwältin einer der Frauen, Carine Durrieu-Diabolt, betont, dass ihre Mandantin Angst hatte, den Schauspieler aufgrund seiner Position in der Filmwelt anzuzeigen.
Was droht dem Schauspieler?
Im Falle einer Verurteilung drohen Gérard Depardieu bis zu fünf Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 75.000 Euro (62.277CHF). Der Schauspieler, der durch mehr als 200 Filme internationalen Ruhm erreichte, sieht sich in den letzten Jahren mit zahlreichen Vorwürfen sexueller Übergriffe konfrontiert.
Im Herbst 2023 wies Depardieu die Vorwürfe in einem offenen Brief zurück, der in "Le Figaro" veröffentlicht wurde. Sein Anwalt behauptet, die Anschuldigungen seien unbegründet. Der Prozess wird in den Medien ausführlich kommentiert, und sein Ausgang könnte einen wesentlichen Einfluss auf die weitere Karriere des Schauspielers haben.
Kontroversen um den Schauspieler
Depardieu ist Gegenstand von sechs getrennten Verfahren, darunter zwei wegen Vergewaltigung. Insgesamt haben ihn mehr als 20 Frauen wegen sexueller Gewalt oder sexistischer Äußerungen beschuldigt. Ein Teil der Fälle wurde wegen Verjährung eingestellt.
Der Schauspieler bekennt sich weiterhin nicht schuldig. Sein Anwalt behauptet, Depardieu sei Opfer falscher Anschuldigungen geworden. Der Prozess soll auf sechs Stunden täglich begrenzt sein, mit der Möglichkeit von Pausen.