Kanada kontert Trumps Autozölle mit 25 % Abgabe auf US‑Wagen
Kanada erhebt einen Zoll von 25 % auf Autos, die aus den USA importiert werden und nicht die Anforderungen des CUSMA-Abkommens erfüllen, dem Freihandelsabkommen zwischen Kanada, den USA und Mexiko, informierte am Donnerstag der kanadische Premierminister Mark Carney.
Als Reaktion auf die in Kraft tretenden amerikanischen Zölle auf in die USA importierte Autos wird Kanada Zölle auf amerikanische Autos erheben, jedoch nicht auf Teile, da Kanada die Vorteile des "integrierten Produktionssystems" anerkennt. Die Zölle werden jedoch auf nicht aus Kanada stammende Teile von amerikanischen Autos erhoben, wenn diese Teile nicht die Anforderungen des CUSMA erfüllen.
Zölle werden nicht auf Autos erhoben, die aus Mexiko nach Kanada importiert werden, erklärte Carney während einer Pressekonferenz.
Er fügte hinzu, dass die Regierung einen Plan vorbereitet, der die Automobilhersteller in Kanada unterstützen soll, wobei die Bedingung die Aufrechterhaltung der Produktion ist. Carney sagte, dass alle aus kanadischen Zöllen stammenden Mittel zur Unterstützung von Unternehmen und Arbeitnehmern im Automobilsektor verwendet werden. Die Regierung schätzt, dass dies 5 Milliarden Euro jährlich betragen wird.
Die Welt reagiert auf Trumps Zölle
Auf die am Mittwochabend nach deutscher Zeit angekündigte Entscheidung von Präsident Donald Trump reagierten Regierungen auf der ganzen Welt. Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck warnte, dass die "amerikanische Zollmanie" enorme Schäden weltweit verursachen könnte, während für Verbraucher in den USA "dieser Tag kein Tag der Befreiung, sondern ein Tag der Inflation" sein wird. Er betonte, dass, wenn die USA keine verhandelte Lösung wollten, die EU eine "ausgewogene, klare und entschlossene Antwort" geben werde.
Auch Automobilkonzerne reagieren. Stellantis kündigte am Donnerstag an, dass es vorübergehend 900 Mitarbeiter in den Werken in den USA entlassen wird. Die Arbeit in den Betrieben in Kanada und Mexiko wird ebenfalls für zwei Wochen eingestellt. Derweil schickte Volkswagen seinen Händlern in den USA eine Mitteilung über Gebühren sowie über Maßnahmen zur vorübergehenden Einstellung der Lieferung weiterer Fahrzeuge aus Mexiko und zur Zurückhaltung von Autos im Hafen, die aus Europa verschickt werden, informierte Bloomberg.