NachrichtenMassendemonstrationen in Seoul: Gericht bestätigt Amtsenthebung

Massendemonstrationen in Seoul: Gericht bestätigt Amtsenthebung

Tausende Einwohner Seouls gingen auf die Straße, um gegen die Entscheidung des Verfassungsgerichts zu protestieren, das das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Yoon Suk-yeol aufrechterhielt.

Menschenmengen auf den Straßen von Seoul. Massenproteste nach der Amtsenthebung des Präsidenten.
Menschenmengen auf den Straßen von Seoul. Massenproteste nach der Amtsenthebung des Präsidenten.
Bildquelle: © PAP | JEON HEON-KYUN

Am Samstag fanden in Seoul Massenproteste gegen die Entscheidung des Verfassungsgerichts statt, das die Amtsenthebung von Präsident Yoon Suk-yeol bestätigte. Trotz des Regens blockierten die Demonstrierenden die Hauptstraßen der Stadt und skandierten Slogans gegen die Entscheidung des Gerichts, indem sie vorgezogene Wahlen forderten.

Massen auf den Straßen von Seoul: Proteste nach der Amtsenthebung des Präsidenten

Das südkoreanische Verfassungsgericht entschied einstimmig, dass die Handlungen von Präsident Yoon verfassungswidrig waren. Im Dezember des letzten Jahres rief Yoon das Kriegsrecht aus und schickte das Militär ins Parlament, was zu scharfen Reaktionen der Nationalversammlung führte. Das Parlament verabschiedete einen Antrag auf Amtsenthebung, der nun vom Gericht bestätigt wurde.

Die Protestierenden, die bunte Regenmäntel trugen, drückten ihren Unmut aus, während sie südkoreanische und amerikanische Flaggen mit sich führten. Ein Demonstrant sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass die Entscheidung des Gerichts "die Demokratie in unserem Land zerstört" habe. Die Proteste waren die Antwort auf Vorwürfe gegen Yoon wegen Verfassungsbruchs und der Anführung eines Staatsstreichs.

Politische Zukunft Südkoreas

Nach der Absetzung von Yoon sollen innerhalb von 60 Tagen vorgezogene Präsidentschaftswahlen stattfinden. Yoon, der behauptete, er habe gehandelt, um das Land vor "nordkoreanischen kommunistischen Kräften" zu schützen, konnte keine Beweise für seine Vorwürfe des Wahlbetrugs vorlegen. Der Strafprozess gegen ihn beginnt am 14. April.

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