Massenhafte Seelöwen-Vergiftungen alarmieren Kaliforniens Küste
Das frühe Blühen toxischer Algen vor der Küste Kaliforniens führt zu massenhaften Vergiftungen von Seelöwen. Tierrettungsorganisationen erhalten bis zu 100 Meldungen pro Tag. "Wir müssen eine Auswahl treffen und versuchen, die Tiere zu identifizieren, die eine Überlebenschance haben", sagte John Warner, Geschäftsführer des Zentrums für Meeressäugerpflege in Los Angeles, der von NOAA Fisheries zitiert wurde.
In diesem Jahr begann die toxische Algenblüte früher als gewöhnlich, und die meisten Fälle wurden zwischen Los Angeles und Santa Barbara registriert. Die Massenvergiftungen der Seelöwen entstehen durch den Konsum von Fischen, die die toxische Domoinsäure enthalten, die von Pseudo-nitzschia-Algen produziert wird.
Anstieg der Vergiftungsfälle
Wie NOAA Fisheries berichtet, werden täglich Hunderte von Fällen von Tieren gemeldet, die von dem Neurotoxin Domoinsäure betroffen sind. Rettungsteams müssen schwierige Entscheidungen darüber treffen, welchen Seelöwen geholfen werden soll. "Wir müssen eine Auswahl treffen und versuchen, die Tiere zu identifizieren, die eine Überlebenschance haben", sagte John Warner, der von NOAA Fisheries zitiert wurde. "Wir haben nicht genug Mittel, um alle Lebewesen zu retten", fügte er hinzu.
Experten sagen, dass das frühere Auftreten der Algenblüte unter anderem das Ergebnis von Auftrieb ist - ein Phänomen, bei dem tiefes Ozeanwasser aufsteigt und Nährstoffe liefert, die das Algenwachstum fördern. Hinzu kommen Verschmutzungen, zum Beispiel nach Bränden in Los Angeles, sowie verschiedene Klimaveränderungen.
"Seit 1998 beobachten wir immer intensivere und unvorhersehbare Algenblüten", erklärte Dr. Cara Field vom Marine Mammal Center.
Appell an die Gesellschaft
NOAA Fisheries appelliert an die Anwohner und Touristen, Fälle von gesichteten Seelöwen an der Küste den entsprechenden Diensten zu melden. Zudem wird darauf hingewiesen, dass man sich den angetroffenen Tieren nicht nähern sollte. Nur geschulte Teams sollten sich kranken Seelöwen oder Delfinen nähern, die ebenfalls Opfer der Algen werden. Der Kontakt mit ihnen kann gefährlich sein.