NachrichtenTrumps neue Zölle: Europa zittert, US-Märkte unruhig

Trumps neue Zölle: Europa zittert, US‑Märkte unruhig

Präsident Donald Trump plant, heute die Einzelheiten zur Einführung neuer Zölle auf Produkte bekannt zu geben, die in die Vereinigten Staaten importiert werden. Die Vorschriften sollen unmittelbar nach der Bekanntgabe in Kraft treten und könnten zu einem weltweiten Handelskrieg führen. Die Börsen reagieren bereits auf diese Ankündigungen.

Die Vereinigten Staaten erheben Zölle auf Produkte aus dem Ausland.
Die Vereinigten Staaten erheben Zölle auf Produkte aus dem Ausland.
Bildquelle: © PAP | PAP/EPA/ALEXANDER DRAGO / POOL

Der sogenannte „Tag der Befreiung“, wie die Verwaltung das heutige Datum nennt, wird einen detaillierten Plan zur Einführung von Zolltarifen bringen, die den höchsten Stand seit 1946 erreichen sollen. Laut der amerikanischen Verwaltung sollen die neuen Regelungen das US-Handelsdefizit, das 918 Milliarden Dollar beträgt, reduzieren und Arbeitsplätze in der amerikanischen Industrie wiederherstellen.

Eswar Prasad, Professor an der Cornell University und Wissenschaftler bei der Brookings Institution, wird von Barrons.com zitiert und hat keinen Zweifel daran, dass die Ära des freien Handels zu Ende geht. Der Ökonom betont, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen, selbst wenn der Zollkrieg an Schwung verliert, langfristig sein werden.

Plan des Weißen Hauses für Zölle

Das Weiße Haus hat angekündigt, dass die geplanten Zölle rund 200 Handelspartner betreffen sollen. Die Zölle beginnen bei einem Basissatz von 10 % und könnten auf 20 % steigen, besonders für Länder mit dem größten Handelsdefizit mit den USA. Zu den Ländern, die am stärksten von den neuen Tarifen betroffen sein könnten, gehören die Europäische Union, China, Vietnam und Indien.

Besonders interessant für Beobachter wird die Entscheidung in Bezug auf Mexiko und Kanada sein – Länder, die dem USMCA-Abkommen unterliegen. Analysten von Beacon Policy Advisors vermuten, dass die Verwaltung die Aussetzung der Zölle auf Waren aus diesem Abkommen aufrechterhalten könnte, jedoch gleichzeitig sogenannte Vergeltungszölle einführen könnte.

Laut Berichten der Bloomberg-Agentur ergreifen die chinesischen Behörden bereits Maßnahmen, um einigen chinesischen Unternehmen die Möglichkeit zu entziehen, in den USA zu investieren. Analysten interpretieren dies als einen Versuch, im Zollverhandlungsprozess Verhandlungsspielraum zu schaffen.

So reagieren die Börsen auf die Pläne der USA

Die europäischen Finanzmärkte reagierten negativ auf die von den USA angekündigte Einführung von Zöllen. Der deutsche DAX-Index verlor 1,29 % an Wert und erreichte 22.244 Punkte. Die größten Rückgänge im Index verzeichneten Bayer (-3,99 %), Sartorius AG Vz (-3,94 %) und Rheinmetall (-3,69 %).

Auch der französische CAC 40 geriet unter Druck und verzeichnete einen Rückgang von 0,6 %. Am schlechtesten schnitten die Unternehmen Airbus Group (-3,42 %), Sanofi (-2,62 %) und Edenred (-2,33 %) ab. An der Warschauer Börse verlor der WIG20-Index 0,41 % und beendete den Handel bei 2.724 Punkten.

Unter den Unternehmen im WIG20-Index dominierten die Verluste. Am schlechtesten schnitten Banken und Handelsunternehmen ab – PKOBP verlor 1,45 %, ALIOR 1,22 %, BUDIMEX 1,14 % und CCC 1,11 %. Lediglich drei Unternehmen beendeten den Tag im Plus – der Einzelhandel, vertreten durch DINOPL, gewann 1,21 %, ZABKA stieg um 0,61 % und PZU leicht um 0,03 %. Insgesamt schlossen 17 der 20 Unternehmen des Warschauer Blue-Chip-Index die Sitzung im Minus.

Der Wert der polnischen Währung schwankte kaum angesichts der Informationen über die neuen amerikanischen Zölle.

Ökonomen betonen, dass die Unsicherheit im Zusammenhang mit den eingeführten Zöllen die Inflation in den USA beeinflussen könnte. Laut Brian Swint, einem Marktanalysten, „ist eine der größten negativen Auswirkungen der Zölle, dass sie die Inflation anheizen, da sie die Kosten für die Geschäftsführung erhöhen.“

Der Experte fügt jedoch hinzu, dass es schwierig ist, den genauen Einfluss vorherzusagen, da die Zölle nicht alle Waren betreffen und Verkäufer teilweise höhere Kosten absorbieren könnten, anstatt sie vollständig an die Verbraucher weiterzugeben.

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