Voigts Vision: Neues Gas aus Russland nach Kriegsende möglich
Der thüringische Ministerpräsident Mario Voigt schließt eine Rückkehr zum Import von russischem Gas nicht aus, vorausgesetzt, der Krieg in der Ukraine endet. Er fordert eine Änderung der deutschen Außenpolitik und betont die Notwendigkeit, nationale Interessen zu schützen. Er beabsichtigt, sowohl mit Trump als auch mit Putin zu verhandeln.
Mario Voigt von der CDU sprach in einem Interview mit der "Berliner Zeitung" über die Möglichkeit, in Zukunft den Gasimport aus Russland wiederaufzunehmen, wenn der Krieg in der Ukraine endet. Voigt betonte, dass „ernsthafte diplomatische Anstrengungen“ entscheidend sind, um den Konflikt zu beenden.
Seiner Meinung nach sollten die Deutschen ihre Interessen entschiedener verteidigen. Er glaubt, dass er als Kanzler in der Lage wäre, sowohl mit Trump als auch mit Putin auf Augenhöhe zu verhandeln.
Voigt kritisierte die bisherige deutsche Außenpolitik und bezeichnete sie als "moralisch" erhaben und ineffektiv. Er hob die Notwendigkeit einer "Renaissance der Realpolitik" hervor, bei der Staaten im Einklang mit ihren eigenen Interessen handeln sollten.
Er stellte klar, dass Deutschland seine "Naivität" aufgeben und einen pragmatischeren Ansatz in den internationalen Beziehungen verfolgen muss.
Voigts Äußerungen sind Teil einer breiteren Diskussion über die Politik gegenüber Russland. Kürzlich hatte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland vorgeschlagen, was auf Kritik stieß. Voigt ist jedoch der Meinung, dass Deutschland alle Optionen prüfen muss, um seine eigene Position nicht zu schwächen.
Laut einem Bericht auf money.pl sollte der EU-Kommissar für Energie, Dan Jorgensen, im März dieses Jahres einen Plan zur schrittweisen Reduzierung des Kaufs von russischem Gas in Europa vorlegen, der ursprünglich noch 2022 festgelegt wurde. Dieser Plan wurde jedoch aufgeschoben.
Der vollständige Verzicht auf sowohl Pipeline-Lieferungen als auch auf den per Schiff transportierten Flüssiggas soll bis 2027 erreicht werden.
In den letzten zweieinhalb Jahren hat die Europäische Union den Gasimport aus Russland erheblich reduziert. Im Jahr 2021 machte das Gas aus Russland 45% des gesamten Gasimports der EU aus, und Anfang 2024 war dieser Anteil auf 18% gefallen, so ein Bericht über die Energiesituation der EU, veröffentlicht von der Europäischen Kommission Mitte des letzten Jahres.
Auf den nächsten Bericht müssen wir noch einige Monate warten. Aus inoffiziellen, vorläufigen Schätzungen der europäischen Energieagentur, die uns vorliegen, geht jedoch hervor, dass dieser Anteil im letzten Jahr auf 22% gestiegen ist, hauptsächlich aufgrund des Kaufs von LNG, während weitere Gaspipelines aus Russland abgeschaltet werden.