Gefährliche Tiefseekabel: Chinas Unterwasserschneider beunruhigt den Westen
Russland und China belasten den Westen mit Angriffen, die zwar die Kriegsschwelle nicht überschreiten, jedoch dennoch erhebliche Schäden verursachen. Diese feindlichen Aktivitäten umfassen unter anderem Angriffe auf die Unterseekabelinfrastruktur. China hat eingeräumt, dass es über spezielle Ausrüstung für solche Aufgaben verfügt.
Unterwasserkabel sind ein leichtes Ziel. Man kann sie einfach beschädigen, indem man einen mehrere Tonnen schweren Anker über den Meeresboden zieht. Bei empfindlicheren Objekten wie auf dem Meeresboden liegenden Gasleitungen genügt manchmal schon die Ankerkette.
Solche Aktionen sind relativ einfach auszuführen, und es ist schwierig, den Tätern eine vorsätzliche Handlung nachzuweisen, anstelle von etwa Nachlässigkeit oder Mannschaftsfehlern. Daher wurde die Unterwasserinfrastruktur in den letzten Jahren zum Ziel vieler Angriffe. Einige dieser Angriffe wurden von Schiffen durchgeführt, die chinesischen Reedern gehören.
Diese Angriffe sind jedoch auf relativ flache Gewässer beschränkt, wo die Tiefe nicht mehr als einige Dutzend oder maximal hundert Meter beträgt. Die dort liegende Infrastruktur lässt sich leicht zerstören, dennoch ist ihre Reparatur in den meisten Fällen ebenfalls relativ einfach.
Unterwasser-Winkelschleifer
In diesem Zusammenhang wird das von China vorgestellte Gerät zu einer sehr gefährlichen Waffe. Entwickelt vom Nationalen Labor für Tiefsee-Fahrzeuge, ist es ein Schneidegerät, das für den Einsatz in großen Tiefen konzipiert wurde und an verschiedenen Unterwassereinheiten eingesetzt werden kann.
Offiziellen Angaben zufolge soll das neue Gerät die Erforschung maritimer Ressourcen unterstützen und wurde im Rahmen eines zivilen Programms entwickelt, das mit Rettungsdiensten und Meeresbergbau verknüpft ist. Seine Fähigkeiten erregen jedoch weltweit Besorgnis.
Das Gerät, aus Titan gefertigt und für den Druck in großen Tiefen geschützt, ist mit einem Kilowatt-Elektromotor und einer 15-cm-Diamantsäge ausgestattet, die mit einer Geschwindigkeit von 1.600 Umdrehungen pro Minute arbeitet.
Es ist so gestaltet, dass die bei der Arbeit der Säge entstehenden Wasserverwirbelungen minimiert werden, um das Aufwirbeln von Sedimenten auf dem Meeresboden und die damit verbundene Sichtbehinderung zu vermeiden.
Obwohl die Größe der Säge bescheiden erscheinen mag (beliebte Haushaltswinkelschleifer haben Sägeblätter mit einem Durchmesser von 11-12,5 cm), kann das chinesische Gerät in einer Tiefe von bis zu 4.000 Metern arbeiten und gummi- oder polymerbeschichtete Kabel sowie solche mit stahlverstärktem Geflecht durchschneiden.
Chinesische Tauchboote
China verfügt auch über U-Boot-Fahrzeuge, die in der Lage sind, die neue Ausrüstung zu nutzen. Bereits im Jahr 2020 stellte Peking die Fähigkeiten des bemannten Tauchboots Striver (chin. Fendouzhe) unter Beweis. Dieses dreiköpfige Fahrzeug erreichte während einer 12-stündigen Mission den Grund des Marianengrabens und eine Tiefe von 10.909 m.
Für die Konstruktion, die einem Druck von etwa 110 MPa standhalten muss, wurden unter anderem eine spezielle Titanlegierung sowie ein neuer Batterietyp entwickelt, der das Risiko von Bränden während längerer Unterwassermissionen minimiert. Zu den Geräten an Bord des Striver gehören zwei Manipulatoren, die in der Lage sind, Gegenstände mit einem Gewicht von bis zu 60 kg zu heben.
Neben bemannten Fahrzeugen hat China in den letzten Jahren auch Tiefsee-Drohnen wie den Haidou entwickelt, die autonom in sehr großen Tiefen operieren können.
Schneider für Kabel
Die von den Chinesen bereitgestellten Informationen stießen auf großes Interesse. Obwohl das neue Gerät als Forschungstool vorgestellt wird, zweifelt niemand daran, dass es auch als Unterwasserwaffe eingesetzt werden könnte. Zudem ist es nicht das erste Gerät dieser Art, das von China entwickelt wurde.
Bereits im Jahr 2020 veröffentlichte ein Team der Universität Lishui Informationen über ein Gerät, das zum Schneiden von Unterseekabeln "in Krisensituationen" dient. Solche Situationen könnten bei der illegalen Verlegung von Unterseekabeln in der Nähe der chinesischen Küste auftreten.
Das Gerät hat die Form eines Ankers mit Klingen und ist mit einem Kupferdetektor ausgestattet - ein Metall, das nicht nur in den Kabeln selbst, sondern auch in der Umhüllung vorkommt, die Glasfaserkabel schützt. Der Detektor soll bestätigen, dass das Kabel tatsächlich durchtrennt wurde, was durch Kupferpartikel an den Klingen nachgewiesen werden soll.
Ziel: Unterwasserinfrastruktur
Wofür könnte China solche Geräte einsetzen? Ein Szenario wird von der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" beschrieben. Neben der Verursachung von Verlusten durch Störungen der Datenübertragung in Friedenszeiten könnte Peking die Unterwasserausrüstung auch in Kriegszeiten nutzen.
Neben der Infrastruktur, die Taiwan mit der Welt verbindet, könnten chinesische Angriffe auch auf Unterwasserkabel in der Region Guam zielen, wo sich eine amerikanische Militärbasis befindet - eine der Schlüsselinstallationen für das Kräfteverhältnis im Pazifik.
Auch wenn das Durchtrennen von Leitungen derzeit keine völlige Informationsblockade garantiert, sollte man bedenken, dass etwa 95 % des weltweiten Datenverkehrs über Unterseekabel abgewickelt werden. Drahtlose Kommunikation bietet nicht nur eine geringere Bandbreite, sondern ist auch anfälliger für Störungen.