Nordkorea stellt eigenes Frühwarnflugzeug auf Il‑76-Basis vor
Nordkorea hat ein eigenes Frühwarn- und Kontrollflugzeug (AEW&C) entwickelt. Die Maschine, die auf dem russischen Transportflugzeug Il-76 Candid basiert, absolviert derzeit Testflüge. Kürzlich inspizierte Kim Jong Un das Flugzeug persönlich bei einem Besuch auf dem internationalen Flughafen von Pjöngjang. Aus diesem Anlass veröffentlichten die nordkoreanischen Medien die ersten Fotos des Flugzeugs.
Nordkorea hat offiziell sein Frühwarn- und Kontrollflugzeug (AEW&C) sowie eine verbesserte Version des unbemannten Luftfahrzeugsystems (UAS) Saetbyol-4 vorgestellt. Zuvor waren Bilder dieser Maschinen nur durch Satellitenaufnahmen zugänglich.
Koreaner entwickeln eigenes Frühwarn- und Kontrollflugzeug
Der Dienst The War Zone hebt hervor, dass das nordkoreanische AEW&C, das auf dem russischen Transportflugzeug Il-76 Candid basiert, im Aussehen einem anderen russischen Flugzeug ähnelt – oft als die "Augen und Ohren von Putins Armee" bezeichnet – dem A-50 Mainstay. Es wird auch auf Ähnlichkeiten mit dem chinesischen Frühwarnflugzeug KJ-2000 Mainring hingewiesen. Besonders die charakteristische Radarhaube, die auf dem Rücken des Rumpfes angebracht ist, verleiht ihm Ähnlichkeit zu diesen Maschinen.
Laut Experten deutet dies auf eine mögliche Zusammenarbeit oder technische Unterstützung seitens Chinas oder Russlands während des Flugzeugbaus hin. Es sei daran erinnert, dass die Arbeiten zur Anpassung der Il-76 (eines von drei Il-76, die zuvor von der nordkoreanischen Fluggesellschaft Air Koryo auf Frachtstrecken eingesetzt wurden) im Herbst 2023 in den Werken am Flughafen Pjöngjang-Sunan begannen. Nordkorea hat bisher keine Informationen zu den genauen technischen Parametern des Flugzeugs preisgegeben.
Der Dienst 38 North, spezialisiert auf Themen rund um Nordkorea, berichtet, dass die Arbeiten an dem Frühwarn- und Kontrollflugzeug das gesamte Jahr 2024 andauerten und dass das Flugzeug im November 2024 – ohne Radarhaube – in einen anderen Hangar am Flughafen Pjöngjang-Sunan verlegt wurde. Dort blieb die Maschine bis Ende Februar 2025, als sie außerhalb des Hangars mit montierter Radarhaube gesichtet wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Flugzeug auf Satellitenbildern erfasst.
Die Einführung dieser Maschine in den Dienst würde die Fähigkeiten Nordkoreas zur Überwachung des Luftraums sowie zur Detektion und Verfolgung von Luft- und Seezielen erheblich verbessern. Die bisherigen Radar-Fähigkeiten des Landes waren auf bodengestützte Systeme beschränkt, deren Wirksamkeit durch das gebirgige Terrain der koreanischen Halbinsel eingeschränkt war. Es wäre auch ein bedeutender Schritt zur Modernisierung der nordkoreanischen Luftstreitkräfte, die bisher auf veralteten Technologien basierten.
Im Fall Nordkoreas bestehen jedoch nicht nur Zweifel an der Anzahl der Frühwarn- und Kontrollflugzeuge, sondern auch an deren zukünftiger operativer Effektivität. Dies hängt mit dem erwähnten Mangel an Informationen über die Fähigkeiten oder technischen Daten des Flugzeugs zusammen.