USA‑Zölle bedrohen deutschen Autoexport: VDA warnt vor Folgen
Die Präsidentin des deutschen Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, bezeichnet die Entscheidung der USA, Zölle auf Autos zu erheben, als "fatal für den freien Handel". Diese Entscheidung betrifft einen entscheidenden Exportmarkt der deutschen Hersteller zu einem Zeitpunkt, da sie mit sinkenden Gewinnen zu kämpfen haben.
Am Mittwoch kündigte Präsident Donald Trump die Einführung von Zöllen in Höhe von 25 % auf Autos, die außerhalb der USA produziert werden, an. Die deutsche Automobilbranche reagiert mit Besorgnis auf diese Entscheidung. Die Vereinigten Staaten sind der wichtigste Absatzmarkt für die deutsche Automobilindustrie. Fast jeder dritte Porsche und jedes sechste BMW, die im Jahr 2024 verkauft wurden, gingen auf den nordamerikanischen Markt. Bei Volkswagen, Audi und Mercedes lag dieser Anteil zwischen 12 und 15 %.
Keine andere Volkswirtschaft importierte 2024 so viele neue Autos aus Deutschland wie die USA. Der amerikanische Markt machte 13,1 % des gesamten deutschen Autoexports aus und überholte dabei Großbritannien (11,3 %) und Frankreich (7,4 %). Laut VDA-Daten stieg der Export in die USA im Vergleich zum Vorjahr.
Die Entscheidung, Zölle einzuführen, kommt zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt für die deutschen Konzerne. Die Gewinne von Volkswagen und Porsche sanken um 30 %, während BMW einen noch stärkeren Rückgang von bis zu 37 % verzeichnete. Es ist jedoch zu beachten, dass die bisherigen Zölle auf Autoimporte von der EU in die USA 2,5 % betrugen, während die EU amerikanische Autos mit einem Zoll von 10 % belegte.
Konsequenzen für beide Seiten des Atlantiks
Hildegard Müller, Präsidentin des VDA, betont im Gespräch mit Bild.de, dass die neuen Zölle nicht nur negative Auswirkungen auf europäische Hersteller, sondern auch auf die amerikanische Wirtschaft haben werden.
„Die Konsequenzen werden zu einem Verlust an Wachstum und Wohlstand auf beiden Seiten führen“, sagte sie im Gespräch mit der Zeitung. Die bisherige Zollpolitik des US-Präsidenten wurde auch von amerikanischen Unternehmen kritisiert.
Die Präsidentin des VDA weist darauf hin, dass die transatlantische Partnerschaft sowie freier und fairer Handel eine enorme wirtschaftliche Bedeutung für beide Seiten haben und Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks sichern. Der Verband fordert umgehende Verhandlungen zwischen den USA und der EU über ein bilaterales Abkommen.
Die Vorsitzende der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, drückte ihr tiefes Bedauern über die amerikanische Entscheidung, Zölle auf den europäischen Autoexport zu erheben, aus. Sie versicherte gleichzeitig, dass die EU weiterhin nach einer Lösung durch Verhandlungen suchen werde.
Die Einführung von 25-prozentigen Zöllen stellt eine Belastung sowohl für Unternehmen als auch für die eng vernetzten globalen Lieferketten in der Automobilindustrie dar. Müller prognostiziert, dass die negativen Auswirkungen vor allem die Verbraucher spüren werden, auch in Nordamerika.