TechnikFrankreich testet ASCALON: Neuer Meilenstein in Panzertechnologie

Frankreich testet ASCALON: Neuer Meilenstein in Panzertechnologie

Frankreich hat weitere Tests mit der Panzergeschützkanone ASCALON durchgeführt. Das Entwicklungsprogramm dieser Waffe hat weitere Meilensteine erreicht, wodurch ASCALON sich von einer experimentellen Waffe zu einer Kanone entwickelt, die den französischen Panzern einen Vorteil auf dem Schlachtfeld verschaffen wird.

Europäischer Kampfpanzer der Zukunft mit 140-mm-ASCALON-Kanone
Europäischer Kampfpanzer der Zukunft mit 140-mm-ASCALON-Kanone
Bildquelle: © knds

ASCALON (engl. Autoloaded and SCAlabLe Outperforming guN) ist eine französische Kanone der neuen Generation, die dank des wechselbaren Rohres die Auswahl des Kalibers der verwendeten Munition ermöglicht. Neben dem im Westen üblichen Kaliber von 120 mm wird die ASCALON-Kanone auch in der 140-mm-Version getestet. In dieser Variante handelt es sich um die derzeit leistungsstärkste Panzerkanone der Welt.

ASCALON ist eine Weiterentwicklung eines Projekts, das Ende der 80er Jahre im Rahmen des NATO-Programms Future Tank Main Armament entwickelt wurde. Obwohl das Ende des Kalten Krieges zur Einstellung der Arbeiten führte, kehrte Frankreich ein Vierteljahrhundert später zum Projekt zurück, um eine Waffe für den in Zusammenarbeit mit Deutschland entwickelten Panzer der neuen Generation im Rahmen des MGCS-Programms zu entwickeln.

In der 140-mm-Version feuert ASCALON unter anderem neue, teleskopische panzerbrechende Munition ab. Um die Gesamtlänge der Patrone zu verkürzen, wurde das Projektil in die Hülse integriert, was bei einer Länge von etwa 1,3 Metern den Einsatz eines Ladeautomaten erleichtert (zum Vergleich: die Penetratoren moderner panzerbrechender Munition mit 120 mm Kaliber haben eine Länge von etwa 80 cm).

ASCALON - 140-mm-Panzerkanone

Die von der Firma Nexter entwickelte Kanone ASCALON hat bereits eine Reihe von Tests auf einer festen Testposition durchlaufen. Der nächste Schritt wird die Erprobung sein, nachdem sie in einem Demonstrator eines neuen, unbemannten Turms installiert wurde, der auf das Chassis eines Leopard 2 oder Leclerc XLR Panzers montiert werden soll.

Tests mit Schüssen von einem stationären Fahrzeug sind für Oktober 2025 geplant. Im Jahr 2026 ist vorgesehen, ASCALON während des Schießens in Bewegung zu testen.

Ein Vorteil des ASCALON ist die sehr hohe kinetische Energie des Geschosses, die auf eine Entfernung von 2 km 10-13 MJ erreicht und so die mühelose Zerstörung gegnerischer Panzer ermöglichen soll. Neben panzerbrechender Unterkalibermunition soll ASCALON auch gelenkte PELTASTE-Projektile abfeuern, die von aktiven Verteidigungssystemen nicht zerstört werden können.

Neue Generation Panzerkanonen

ASCALON ist nicht das einzige Angebot für den europäischen Panzer der neuen Generation. Neben der französischen Kanone haben auch die Deutschen ihre eigene Waffe für das futuristische Fahrzeug entwickelt - die 130-mm-Kanone Rh-130 des Rheinmetall-Konzerns.

Artillerie ASCALON auf dem Teststand
Artillerie ASCALON auf dem Teststand© knds france

In der Vergangenheit haben auch die Russen an einer Panzerkanone mit einem größeren Kaliber als dem derzeit verwendeten gearbeitet. In der Sowjetunion wurde bereits in den 80er Jahren eine 152-mm-Panzerkanone entwickelt, die unter anderem für den Panzer Tschorny Orjol (Schwarzer Adler) vorgesehen war.

Nach Jahren wurde die Idee, eine großkalibrige Panzerkanone einzusetzen, erneut aufgegriffen im Rahmen der Arbeiten am Panzer T-14 Armata. Der Gedanke, den T-14 mit der neuen Waffe zu integrieren, wurde jedoch nicht verwirklicht.

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